China installierte in neun Monaten 110,83 GW Solar, 53,9 % weniger nach dem Ansturm 2025
China hat in den ersten neun Monaten 2026 110,83 GW neue Solarleistung installiert, 53,9 % weniger als die 240,27 GW im Vorjahreszeitraum, so Daten der Nationalen Energiebehörde, über die pv magazine berichtet. Der Vergleich ist durch 2025 verzerrt: Mit einer im Februar 2025 angekündigten Preisreform wechselte der Strom neuer Wind- und Solaranlagen zu marktbasierten Preisen, mit unterschiedlicher Abrechnung vor und nach dem 1. Juni, und Entwickler beeilten sich mit dem Netzanschluss. Allein im Mai 2025 kamen fast 93 GW hinzu; im ersten Halbjahr 2025 waren es 212,21 GW gegenüber 72,07 GW im ersten Halbjahr 2026.
Das zweite Halbjahr sieht anders aus. Im dritten Quartal kamen rund 38,76 GW hinzu, etwa 38 % mehr als die 28,06 GW ein Jahr zuvor, im September 13,64 GW — 23,6 % mehr als im August und rund 41,2 % mehr als im Vorjahresmonat. Die kumulierte Solarleistung erreichte Ende September 1,313 TW, Wind und Solar zusammen über 2,01 TW, rund 48,7 % der installierten Gesamtleistung von 4,13 TW. Die durchschnittlichen Nutzungsstunden aller Anlagen sanken in den neun Monaten um 194 auf 2.174.
Der chinesische Photovoltaikverband CPIA nennt fallende Marktstrompreise, Abregelung und steigende Projektkosten als Bremsen, vor allem für Großanlagen in ressourcenreichen Provinzen. Er hält an seiner Prognose von 180 bis 240 GW für 2026 fest. Schon das untere Ende erfordert rund 69,17 GW im vierten Quartal, im Schnitt 23,06 GW pro Monat gegenüber 12,92 GW im dritten.

Was das bedeutet
Der Einbruch in der Schlagzeile ist überwiegend ein Basiseffekt des Fristansturms 2025; die Erholung seit Juli ist der aussagekräftigere Trend. Die Rechnung hinter der CPIA-Prognose ist aber anspruchsvoll: Fast eine Verdopplung des Monatstempos im vierten Quartal verlangt einen Jahresendspurt, wie China ihn schon geliefert hat. Sinkende Nutzungsstunden der gesamten Flotte sind das leisere Signal, dass die Kapazität schneller wächst, als das Netz sie nutzen kann.