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EIA zum dritten Quartal: Brent-Futures von 72 auf 109 Dollar, US-Raffinerien bei 95 %

Die US-Energiestatistikbehörde EIA hat am 5. Oktober ihren Rückblick auf die Ölmärkte im dritten Quartal 2026 veröffentlicht. Kurz gesagt: Rohöl und Produkte wurden im Lauf des Quartals teurer, die US-Raffinerien liefen nahe der Vollauslastung, und Diesel und Kerosin wurden zum knappsten Teil des Marktes.

Der Rohölpfad. Der Brent-Future im Frontmonat begann das Quartal am 1. Juli bei 72 Dollar je Barrel, dem niedrigsten Stand seit dem 26. Februar – zwei Tage vor Beginn des Kriegs im Nahen Osten, nach der Datierung der EIA. Das Juli-Tief führt die Behörde auf höhere Mengen durch die Straße von Hormus nach einer Absichtserklärung vom 17. Juni zurück. Am 7. Juli wurden die Militärschläge wieder aufgenommen; die Futures überschritten am 23. Juli 100 Dollar und pendelten danach bis zum 8. September zwischen 79 und 98 Dollar, getrieben von Äußerungen der USA, Irans und anderer Regierungen und von Angriffen auf russische Exportanlagen. Am 9. September stiegen sie erneut über 100 Dollar – nach Angriffen auf Pumpstationen der saudischen Ost-West-Pipeline, auf saudische Tanker nahe dem Bab al-Mandab und ukrainischen Drohnenangriffen auf das russische Schwarzmeer-Terminal Noworossijsk. Der Future erreichte am 15. September mit 109 Dollar seinen Höchststand, Brent spot lag zur selben Zeit bei rund 132 Dollar – eine Lücke, die die EIA damit erklärt, dass Käufer kaum kurzfristige Ladungen fanden. In den letzten zwei Wochen des Quartals lag der Durchschnitt bei etwa 104 Dollar.

Zwei Puffer wurden dünner. Die EIA nennt zwei Faktoren, die den Schock zuvor gedämpft hatten und im dritten Quartal nachließen: Chinas Rohölimporte, weit unter Vorkriegsniveau, aber höher als im Mai und Juni, und Freigaben aus der strategischen Ölreserve der USA, die sich im September deutlich verlangsamten.

EIA zum dritten Quartal: Brent-Futures von 72 auf 109 Dollar, US-Raffinerien bei 95 %
EIA zum dritten Quartal: Brent-Futures von 72 auf 109 Dollar, US-Raffinerien bei 95 % — Grid Brief

Raffinerien am Anschlag. Die US-Raffinerien waren im Schnitt zu 95 % ausgelastet und verarbeiteten so viel Rohöl wie in keinem dritten Quartal seit 2019, als die Kapazität 4 % höher war. Die Margen erklären das: Der Crack-Spread für Benzin lag im Quartalsmittel mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor, für Diesel und Kerosin fast dreimal so hoch. Die EIA verbindet den Aufschlag bei Diesel und Kerosin mit gestörter Raffinerietätigkeit in Russland, China und im Nahen Osten, die sonst große Teile dieser Produkte liefern. In der Woche bis 25. September lagen die US-Destillatbestände 13 % unter dem Mittel 2021–2025, Benzin 7 % darunter, Kerosin 3 % darüber.

Aus Sicht des Stromsektors. Das sind Ölzahlen, doch sie erreichen Strommärkte dort, wo Ölprodukte noch Grenzkosten setzen – Notstromdiesel, ölbefeuerte Spitzenlastanlagen, Inselnetze. Unmittelbarer ist in diesem Monat das Wetter: Eine Raffinerieflotte bei 95 % hat wenig Reserve, wenn ein Sturm an der Golfküste Anlagen vom Netz nimmt – deshalb warnte die EIA am 9. Oktober beim Herannahen von Hurrikan Isaias ausdrücklich vor Folgen für die Raffinerien.

Quelle: EIA, Today in Energy, Ölpreise und Raffineriemargen im dritten Quartal, 5. Oktober 2026 — https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=68245

Primärquelle
U.S. Energy Information Administration
https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=68245