NESO-Ausblick: TNUoS-Erlöse steigen bis 2031/32 von 9,5 auf 13,8 Mrd. £
Der britische Netzbetreiber National Energy System Operator hat am 7. Oktober 2026 seinen Fünfjahresausblick auf die TNUoS-Tarife (Transmission Network Use of System) für 2027/28 bis 2031/32 veröffentlicht. Mit TNUoS werden Bau und Unterhalt des Übertragungsnetzes in England, Wales, Schottland und auf See finanziert; zahlen müssen an das Übertragungsnetz angeschlossene Erzeuger und die Versorger. NESO legt den Ausblick nach Lizenzbedingung E10 und CUSC-Absatz 14.29 vor; das Tarifjahr 2026/27 bleibt davon unberührt.
Gesamterlöse. NESO erwartet für 2027/28 9,5 Mrd. £ – 0,4 Mrd. £ mehr als in den Initial Tariffs für dieses Jahr – und 13,8 Mrd. £ für 2031/32. Der Basisfall stützt sich auf Daten der Netzbetreiber vom Januar 2026; der Bericht rechnet außerdem einen Fall auf Basis des Price Control Financial Model vom Februar 2026 sowie Varianten 10 % über und unter dem Basisfall.
Nachfrageseite und Haushalte. Über die Demand-Residual-Entgelte sollen 2027/28 7,97 Mrd. £ und 2031/32 11,66 Mrd. £ eingenommen werden. Für den durchschnittlichen Haushalt beziffert NESO die TNUoS-Kosten 2027/28 auf 103,24 £, nach eigener Angabe 12 % der durchschnittlichen jährlichen Stromrechnung. Das sind 20,00 £ mehr als nach den endgültigen Tarifen 2026/27, als TNUoS 8,8 % der Rechnung ausmachte, und 6,39 £ mehr als in NESOs eigenen Initial Tariffs für 2027/28. Zahlungen an eingebettete Erzeuger unter 100 MW über den Embedded Export Tariff sollen von 32,08 Mio. £ auf 41,01 Mio. £ steigen, der durchschnittliche Halbstunden-Bruttotarif von 3,29 £/kW auf 4,05 £/kW.

Erzeuger. Von den Erzeugern sollen 2027/28 1,36 Mrd. £ kommen, 22 Mio. £ weniger als in den Initial Tariffs, bis 2031/32 dann 1,96 Mrd. £, vor allem wegen der Offshore-Lokaltarife. Die Abrechnungsbasis der Erzeugung für 2027/28 wurde um 11,1 GW auf 110,7 GW gesenkt und soll 2031/32 158,4 GW erreichen. Der durchschnittliche Erzeugungstarif liegt 2027/28 bei 12,32 £/kW und am Ende des Zeitraums bei 12,35 £/kW. Weil die Erzeuger nach der Limiting Regulation im Schnitt nur 0 bis 2,50 €/MWh tragen dürfen, vertieft sich der negative Anpassungstarif von etwa −2,17 £/kW auf etwa −5,39 £/kW.
Was fehlt. Seit den Initial Tariffs wurden keine Methodenänderungen genehmigt, daher sind keine eingerechnet. Das Regierungsprogramm Reformed National Pricing, das die Standortsignale für neue Anlagen reformiert, ist ausdrücklich nicht Teil der Prognose; Parameter für die Regulierungsperiode ab April 2031 sind wie unter RIIO-ET3 angesetzt. NESO bezeichnet den Bericht als Schätzung ohne Präjudiz; als Nächstes folgt im November 2026 der Entwurf der Tarife für 2027/28.
Quelle: NESO, „October 2026 Forecast TNUoS Tariffs – Five-Year View 2027/28–2031/32“ (Bericht) — https://www.neso.energy/october-2026-forecast-tnuos-tariffs-five-year-view-202728-203132-report-v10