Grid Brief ENDE

NESO legt GC0168 Ofgem vor: EMT-Modelle für Anlagen vor September 2022

Der britische Netzbetreiber NESO hat am 8. Oktober den Abschlussbericht zur Grid-Code-Änderung GC0168 an die Regulierungsbehörde Ofgem übergeben. Die Änderung würde es NESO erlauben, elektromagnetische Transienten-Modelle (EMT) von Betreibern zu verlangen, deren Anlagen vor dem 1. September 2022 fertiggestellt wurden — also vom Bestand, der ans Netz ging, bevor solche Modelle routinemäßig gefordert wurden.

Warum NESO sie braucht. Begründet wird das mit dem Wechsel von großen Synchronmaschinen zu vielen kleineren leistungselektronischen Umrichtern — Wind, Solar, Batterien, HGÜ —, deren Elektronik anders mit dem Übertragungsnetz wechselwirkt. NESO nennt die Probleme, die es untersuchen muss: Systemschwingungen, Umrichter-Instabilität, niedrige Kurzschlussleistung und transiente Überspannungen. Langsamere RMS-Modelle bilden diese schnellen Vorgänge nicht ab, EMT-Modelle schon; fehlen sie für ältere Anlagen, haben die Studien Lücken.

Zwei Fassungen liegen bei Ofgem.

  • Der ursprüngliche Vorschlag: Altanlagen liefern EMT-Modelle auf Anforderung von NESO, nach einem neuen Electrical Standard (Anhang 08 des Berichts), der Anforderungen und Verfahren für die nachträgliche Einreichung festlegt.
  • WAGCM1, die Alternative der Arbeitsgruppe: dieselbe Pflicht, aber für Anlagen vor September 2022 erst wirksam, wenn im Entgeltkodex CUSC eine Kostenerstattung besteht. Dafür wurden die CUSC-Änderungen CMP456 und CMP466 eingereicht.
NESO legt GC0168 Ofgem vor: EMT-Modelle für Anlagen vor September 2022
NESO legt GC0168 Ofgem vor: EMT-Modelle für Anlagen vor September 2022 — Grid Brief

Die Arbeitsgruppe unterstützte die Alternative mehrheitlich, das Original nicht; auch das Grid Code Review Panel empfahl WAGCM1 mehrheitlich. Zur Konsultation gingen fünf öffentliche und eine vertrauliche Stellungnahme ein.

Das Kostenargument. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass Altanlagen entschädigt werden sollten, hielt die Summe aber für schwer bezifferbar: Sie hängt von Größe, Alter und Typ der Anlage ab und davon, ob der Hersteller die Technik noch unterstützt — bei manchen älteren Umrichtern bedeutet ein validiertes EMT-Modell, Regelungen nachzubauen, die der Hersteller nicht mehr dokumentiert. Laut NESO gilt die Kostenerstattung nur für Bestandsanlagen; neue Anschlüsse müssen Modelle ohnehin liefern.

Wie es weitergeht. Die Umsetzung ist 10 Arbeitstage nach der Ofgem-Entscheidung vorgesehen. Parallel laufen eine Änderung für Übertragungsnetzbetreiber (STC CM097) und ein neues Verfahren (PM0147). Wählt Ofgem die Alternative, hängt der tatsächliche Start an den CUSC-Änderungen — Betreiber von Wind-, Solar- und Batterieanlagen aus der Zeit vor 2022 sollten CMP456 daher ebenso verfolgen wie GC0168.

Quelle: NESO, „GC0168 Final Modification Report“, 8. Oktober 2026 — https://www.neso.energy/gc0168-final-modification-report

Primärquelle
NESO (UK system operator)
https://www.neso.energy/gc0168-final-modification-report