EIA: Kleinanlagen-Solarstrom in den USA hat sich in zehn Jahren auf 93.000 GWh vervierfacht
Die US-Energiebehörde EIA hat am 16. Oktober 2026 mitgeteilt, dass sie die Erzeugung aus Kleinanlagen-Solar — Dach- und andere Photovoltaikanlagen unter 1 MW — von 18.812 Gigawattstunden (GWh) auf 92.979 GWh im letzten Jahrzehnt schätzt, also rund eine Vervierfachung. Die Zahlen stammen aus dem Annual Electric Power Industry Report.
Wo sie sich ballt. Die vier größten Bundesstaaten sind Kalifornien, Arizona, Texas und Florida, alle in sonnenreicheren Regionen; New York liegt trotz schwächerer Einstrahlung auf Platz fünf, was die EIA auf Kapazitätswachstum dank staatlicher Anreize zurückführt. Kalifornien stellte 2025 37 % (34.411 GWh) des US-Gesamtwerts, mit einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr, da die Kapazität von 18 GW (2024) auf 20 GW (2025) stieg. Arizona folgt mit gut 6 % (5.795 GWh). Texas wuchs von 391 GWh (2016) auf 5.408 GWh im Vorjahr, Florida im selben Zeitraum von 205 GWh auf 5.198 GWh.

Politik zeigt sich in den Zahlen. Die EIA merkt an, dass das Wachstum 2022 mit 25 % ungewöhnlich hoch war, teils wegen Änderungen an Förderprogrammen. Kaliforniens Net Energy Metering (NEM) 2.0, verfügbar bis April 2023, bot eine höhere Einspeisevergütung als der spätere Net Billing Tariff (NEM 3.0); unter NEM 2.0 gebaute Kapazität genoss Bestandsschutz, was Installationen vor dem Start von NEM 3.0 vorzog. Arizona gewährt eine Einkommensteuergutschrift von 25 %; Florida und Texas nutzen Grundsteuerbefreiungen und weitere Programme; New York, New Jersey, Massachusetts und Illinois haben eigene Anreize. Insgesamt habe sich, so die EIA, das Wachstumstempo seit 2022 verlangsamt, auch wenn die absolute Erzeugung weiter steigt.
Wie die Schätzung entsteht — und ihre Grenzen. Versorger wissen in der Regel nicht, wie viel Strom Dachsolar in ihren Verteilnetzen erzeugt, also schätzt die EIA es. Sie erhebt Kundenzahlen und aggregierte Kapazität über ihre Umfragen und modelliert die Erzeugung dann mit Werkzeugen wie dem System Advisor Model des National Renewable Energy Laboratory und PVWatts, wobei kalifornische Daten zu üblichen Neigungswinkeln und Ausrichtungen als Eingabe für andere Bundesstaaten dienen. Es sind also modellierte Schätzungen, keine gemessenen Summen — weshalb die Zahl einen Trend beschreibt und keinen exakten Zählerstand.
Quelle: U.S. Energy Information Administration, „U.S. small-scale solar generation has quadrupled in the last decade“ — https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=68324