Spaniens Entwurf für Rechenzentren verlangt 80 % stündliche Ökostromdeckung
Ein spanischer Entwurf für ein königliches Dekret über Rechenzentren könnte dem Batteriemarkt des Landes mehr helfen als drei Jahre Investitionsrechnungen, argumentiert Ignacio López Martín vom Entwickler Capflex Energía in einem Meinungsbeitrag für Energy-Storage.news. Der Entwurf wurde Ende August veröffentlicht, die öffentliche Konsultation ist abgeschlossen.
Die Regeln, die er beschreibt, sind streng. Der Netzzugang für Rechenzentren ab 1 MW soll an eine stündliche Deckung mit erneuerbarem Strom gebunden werden: 80 % des Verbrauchs in jeder einzelnen Stunde müssten durch erneuerbare Erzeugung aus derselben Stunde gedeckt sein. Jahresmittel und am Jahresende gekaufte Zertifikate zählen nicht. Außerdem verlangt das Dekret Zusätzlichkeit: Die liefernden Anlagen dürfen höchstens 18 Monate vor dem Start des Rechenzentrums in Betrieb gegangen sein.
Die Sanktionen sind keine entgangenen Fördermittel. Ein Rechenzentrum, das das Ziel verfehlt, müsste Aufschläge auf Netzentgelte und Systemabgaben von bis zu 500 % zahlen; wer es fünf Jahre in Folge deutlich verfehlt, könnte seine Netzzugangsgenehmigung verlieren.
Sein Argument für Speicher folgt aus dem zeitlichen Verlauf der Nachfrage. Die gleichmäßigste Last eines Rechenzentrums fällt nachts an, auch in Winternächten, in denen spanische Solaranlagen nichts erzeugen und womöglich kein Wind weht. Das Ziel in jeder Stunde des Jahres zu erreichen, heißt Energie zwischen Stunden zu verschieben – genau das tut eine Batterie. Das Dekret selbst erwähnt Speicher nur am Rande, in Klauseln zur Messung und dazu, was ein gültiger Stromabnahmevertrag aufführen muss.
López Martíns Schluss ist kommerziell. Batterieprojekte in Spanien finden bislang schwer einen langfristigen Abnehmer für Flexibilität; mit diesem Dekret, schreibt er, sei der Abnehmer der Betreiber, der einen Netzanschluss braucht – und der kann nicht abspringen, ohne ihn zu verlieren.

Warum das wichtig ist
Die meisten Ökostrom-Versprechen von Unternehmen beruhen noch auf jährlicher Bilanzierung. Eine stündliche Regel, an der der Netzzugang hängt, wäre eine der strengsten in Europa. Noch ist es ein Entwurf; der endgültige Text wird zeigen, ob 80 % und die Sanktionen die Konsultation überstehen.