Northland Power finanziert 1,2 GWh Batteriespeicher in Polen
Der kanadische Stromerzeuger Northland Power aus Toronto hat die Finanzierung von rund 500 Mio. Zloty (etwa 129 Mio. US-Dollar) für zwei Batteriespeicherprojekte in Polen abgeschlossen, berichtet Energy-Storage.news. Das Unternehmen meldete den Abschluss am 30. September.
Zusammen kommen die beiden Projekte auf 300 MW und 1.200 MWh. Mieczysławów mit 200 MW/800 MWh soll Anfang 2028 den kommerziellen Betrieb aufnehmen, Kamionka mit 100 MW/400 MWh bis Mitte 2028; beide sind im Bau. Die Kredite stammen von nicht genannten kanadischen und polnischen Banken. Daneben stehen Zuschüsse von rund 1 Mrd. Zloty aus dem polnischen Nationalfonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft – etwa doppelt so viel wie die Kredite.
Die Erlöse ruhen auf dem Kapazitätsmarkt. Beide Projekte haben 17-jährige Verträge im Kapazitätsmarkt und können zusätzlich mit Arbitrage und Systemdienstleistungen verdienen. Northland kaufte sie im November 2025 vor Baubeginn von Greenvolt Power, sicherte danach die Fördergelder und trieb die Entwicklung voran. Die Kapazitätsverträge stammen laut Energy-Storage.news vermutlich aus den 1,2 GW, die Greenvolt in der Auktion 2023 gewann. Northland rechnet mit einem Beitrag von etwa 40 bis 50 Mio. kanadischen Dollar zum jährlichen bereinigten EBITDA.
Polen ist einer der Kernmärkte von Northland; das Unternehmen entwickelt dort auch den Offshore-Windpark Baltic Power mit 1.140 MW mit. Das Land ist in Mittel- und Osteuropa führend bei Batteriespeichern, teils dank EU-Wiederaufbaumitteln. Greenvolt selbst baut inzwischen, was das Fachportal als größten Speicher Polens bezeichnet: das Projekt Siedlce mit 600 MW/2.400 MWh, das nächstes Jahr ans Netz gehen soll.
Die Pipeline ist dünner als die Zuschläge. Speicher haben im polnischen Kapazitätsmarkt Verträge über mehr als 11 GW gewonnen. Ein im Bericht zitierter Investor, Jakub Kupcu von Claritas Investments, warnt aber vor einer großen Lücke zwischen Zuschlägen und dem, was bis zum Beginn der Lieferpflichten 2028 tatsächlich gebaut wird. Er nennt Engpässe beim Netzanschluss, langsame Genehmigungen, Finanzierungslücken und „Zombie-Projekte“, die Verträge halten, ohne voranzukommen. Zudem seien die Kapazitätspreise in späteren Auktionen gesunken, während die Schwankungen der Großhandelspreise stark zugenommen hätten.

Warum das wichtig ist
Der Finanzierungsabschluss ist der Schritt, der aus einem Kapazitätsvertrag eine Batterie macht, die es 2028 wirklich gibt. Weil hier Zuschüsse rund zwei Drittel der externen Mittel ausmachen, zeigt der Fall auch, wie stark polnische Speicher noch auf öffentliches Geld angewiesen sind – und warum Projekte ohne diese Hilfe am ehesten ihre Liefertermine verfehlen.