Fluence-Chef Julian Nebreda und Finanzchef Ahmed Pasha gehen; Axel Meier wird Interims-CEO
Fluence, der an der Nasdaq notierte Anbieter von Batteriespeichertechnik, hat am 2. November mitgeteilt, dass Vorstandschef Julian Nebreda und Finanzchef Ahmed Pasha das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen haben. Axel Meier wird Interims-CEO, Ricardo Roizen Interims-CFO. Auch John Zahurancik, Senior Vice President, Chief Customer Success Officer und Mitglied des Gründungsteams, tritt ab; sein Nachfolger ist Herman Boos.
Die Interimsführung kommt aus dem Umfeld der beiden Gründungsaktionäre. Meier war bis vor Kurzem CFO von Siemens Smart Infrastructure und sitzt seit 2020 im Fluence-Verwaltungsrat. Roizen war CFO von AES Andes, der Lateinamerika-Tochter der AES Corporation. COO Bernerd de Santos soll eine „operative Transformation“ leiten, außerdem wurde ein neuer Ausschuss zur Aufsicht über Fertigung und Betrieb eingerichtet.
Die Mitteilung verwies auf einen Auftragsbestand von 6,4 Mrd. Dollar. In den Ergebnissen zum dritten Geschäftsquartal im August hatte Fluence jedoch einen Umsatz rund 90 Mio. Dollar unter den Erwartungen gemeldet, wegen Verzögerungen beim Hochlauf der US-Fertigung, das bereinigte EBITDA lag bei minus 29,3 Mio. Dollar. Gut einen Monat später senkte das Unternehmen die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 um rund 600 Mio. Dollar. In einem Gespräch mit Analysten Mitte September beschrieb Nebreda Probleme im Werk in Houston, das HVAC- und Thermomanagement-Systeme montiert, darunter einen automatisierten Schweißprozess, der „deutlich unter dem Zielniveau“ laufe.
Die nächsten Zahlen legt Fluence am 23. November vor.

Was das bedeutet
Der Wechsel rückt die Fertigung in den Mittelpunkt, nicht die Nachfrage: Der Auftragsbestand ist da, das Werk liefert ihn nicht ab. Die Zahlen am 23. November sind die erste Gelegenheit zu sehen, ob das neue Team die Prognose erneut zurücksetzt.