Indiens Modulkapazität erreicht 261,7 GW, Zellen hinken mit 36,6 GW hinterher
Indien hat im ersten Halbjahr 2026 Fertigungskapazität für 50,6 GW Solarmodule und 9,7 GW Zellen hinzugefügt, wie aus dem Bericht von Mercom India zur Lage der Solarfertigung hervorgeht, über den pv magazine am 25. September berichtete. Damit liegen die Gesamtkapazitäten im Juni bei 261,7 GW für Module und 36,6 GW für Zellen. In der staatlichen Liste zugelassener Modelle und Hersteller (ALMM) stehen 225,5 GW Modulkapazität auf Liste I und rund 35,5 GW Zellkapazität auf Liste II.
Die Lücke zwischen beiden Zahlen ist die eigentliche Nachricht. Mercom-Chef Raj Prabhu nennt den Mangel an heimischen Zellen das größte kurzfristige Problem des indischen Marktes: Die Modullinien haben sich vervielfacht, das Zellangebot hielt nicht Schritt, die Preise für konforme Module sind gestiegen, und die Projekttätigkeit hat sich deutlich verlangsamt. Die installierte Zellkapazität überzeichne zudem das tatsächlich Verfügbare, weil neue Linien Monate bis zur stabilen Produktion brauchen, und die Vorgabe der Liste II habe die Abhängigkeit von heimischen Zellen erhöht, bevor genug Kapazität lief.
Technologisch dominiert TOPCon mit 80 Prozent der ALMM-gelisteten Modulkapazität, gefolgt von Mono-PERC/TOPCon-Linien mit 11, Mono-PERC mit 4, Heterojunction mit 3 und Dünnschicht mit 2 Prozent. Gujarat hält rund 45 Prozent der Modulkapazität, dahinter Rajasthan mit 26,1 GW und Tamil Nadu mit 23,4 GW. Die Importe von Zellen und Modulen stiegen im ersten Halbjahr um 18 Prozent zum Vorjahr, davon 81 Prozent Zellen, und die USA nahmen 92 Prozent der indischen Solarexporte ab.

Was das bedeutet
Indien hat eine Modulindustrie aufgebaut, die rund siebenmal so groß ist wie seine Zellindustrie, und eine Vorgabe für heimische Zellen hat dieses Ungleichgewicht zum Engpass für die eigenen Installationen gemacht. Die steigenden Importe passen ins Bild: Eingeführt wird vor allem die Zelle, nicht das fertige Modul.
Für Projektentwickler heißt das Preis- und Terminrisiko bei Vorhaben, die Zellen der Liste II verwenden müssen, zumindest bis neue Zelllinien ihre Nennleistung erreichen. Für den Weltmarkt zählt auch die Konzentration der Exporte: Wenn neun von zehn exportierten Modulen in die USA gehen, hängen indische Hersteller an der US-Handelspolitik - einschließlich des Section-232-Zolls auf Polysiliziumprodukte ab Dezember, der Zellen und Module ebenso erfasst wie Rohpolysilizium.