Module senken den Wasserverlust im Feldversuch um ein Fünftel
Der französische Entwickler TSE hat die agronomische Auswertung seiner Agri-Photovoltaik-Schirme veröffentlicht, und die Zahlen sind konkret genug, um mit ihnen zu streiten. In Chadeleuf im Departement Puy-de-Dôme erreichte Wintergerste unter den Modulen 90 bis 96 Prozent des Ertrags einer Kontrollfläche ohne Überbauung, während die Evapotranspiration über die Saison um 20 Prozent zurückging. Das Hektolitergewicht, ein Qualitätsmaß, lag drei Prozent über der Kontrolle.
Brauchbar werden die Werte durch die Messtechnik: 18 Strahlungssensoren, 14 Wetterstationen und 14 Sonden für Bodentemperatur und -feuchte auf der Fläche, eine Ernte mit Versuchsmähdrescher durch das Agrarforschungsunternehmen Antédis, Begleitung und Validierung durch die Landwirtschaftskammer Puy-de-Dôme und das technische Studienzentrum der Limagne.
Die Schutzwirkung wirkt dort, wo es darauf ankommt. Zur heißesten Tageszeit lag die Lufttemperatur am Bestand unter dem Schirm 4,1 Grad niedriger, die Evapotranspiration in diesen Phasen sank um 2,15 Millimeter je Tag. In den kältesten Nächten war es darunter bis zu 3 Grad wärmer. Messungen am TSE-Standort Brouchy 2025 und 2026 zeigten eine um rund 1,5 Grad verringerte mittlere Tagesamplitude; derselbe Effekt trat 2026 in Chadeleuf auf. An einem weiteren Standort brachte Mais unter dem Schirm in einer außergewöhnlich heißen und trockenen Saison 19,6 Prozent mehr Ertrag.
TSE verweist darauf, dass alle Szenarien das französische Dekret vom 8. April 2024 einhalten, das den Ertragsverlust unter einer Agri-PV-Anlage auf unter zehn Prozent begrenzt. Der Bericht steht unter https://www.pv-magazine.com/2026/09/18/french-agrivoltaic-trials-cut-water-loss-lift-maize-yields-by-19-6/.

Was das bedeutet
Interessant ist die Streuung, nicht der Mittelwert. Gerste verliert etwas; Mais gewinnt im heißen Trockenjahr ein Fünftel. Ein Schirm, der in einer normalen Saison 4 bis 10 Prozent kostet und in einer schlechten 19,6 Prozent zurückgibt, ist in erster Linie kein Ertragsgerät, sondern eine Versicherung gegen den Extremfall — bezahlt mit Modulen, die in der übrigen Zeit Geld verdienen. Das ist ein anderes Finanzprodukt als „Solar plus Landwirtschaft", und es wird anders bepreist.
Eine gesetzliche Zehn-Prozent-Schwelle macht aus Agronomie Compliance. Das französische Dekret setzt die Zahl, die der Versuch schlagen muss — also braucht jedes französische Agri-PV-Projekt künftig genau diese instrumentierte Kontrollfläche. Die Messtechnik wird zur festen Kostenposition, und die veröffentlichten Ergebnisse werden sich dicht innerhalb der Schwelle sammeln, denn das tun Schwellen.
Und die Wasserzahl könnte die Stromzahl überholen. Zwanzig Prozent weniger Evapotranspiration über eine Saison, in einer Region mit Wasserauflagen, ist ein Argument, das vom Strompreis überhaupt nicht abhängt. Wo Bewässerung nicht teuer, sondern mengenmäßig gedeckelt ist, wird Verschattung am Ende als Wassertechnik verkauft, die nebenbei Strom erzeugt.