Fraunhofer-ISE-Simulator: 20 GW Batterien heben den Solar-Marktwert um 35 %
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat einen kostenlosen Simulator veröffentlicht, der zeigt, wie zusätzliche Batteriespeicher die Preise am deutschen Day-Ahead-Markt verändert hätten, berichtet pv magazine. Das Werkzeug läuft auf Fraunhofers Plattform Energy-Charts und wird täglich aktualisiert.
So funktioniert es. Der Simulator nimmt die tatsächlichen Kauf- und Verkaufsgebote der täglichen deutschen Börsenauktion und berechnet den Preis neu, als hätte eine frei wählbare Batterieflotte mitgeboten – mit 0 bis 20 GW Leistung und zwei bis sechs Stunden Speicherdauer. Wählbar ist auch, ob Kraftwerke mit Blockgeboten über mehrere Stunden auf die veränderten Preise reagieren und ob die Nachbarländer über die Marktkopplung einbezogen werden. Die Ergebnisse liegen viertelstündlich vor und lassen sich herunterladen, zusammen mit Lade- und Entladeleistung, Ladezustand, Verbrauch und möglicher Einspeisung aus Wind und Sonne.
Was Fraunhofer für 2025 ermittelt. Das Institut hat die Daten des vergangenen Jahres mit zusätzlich 20 GW Batterien mit zwei Stunden Speicherdauer durchgerechnet, mit Blockgeboten, aber ohne grenzüberschreitenden Handel. In diesem Szenario sinkt der mittlere Abstand zwischen der teuersten und der billigsten Viertelstunde eines Tages von 130 auf 53 Euro/MWh, ein Rückgang um 60 %. Die Zahl der Stunden über 200 Euro/MWh fällt von 169 auf 20, die der Stunden mit negativen Preisen von 575 auf 271. Für die Photovoltaik ist der Marktwert die wichtigste Größe: Er steigt um 35 %, von 45,08 auf 61,02 Euro/MWh.
Die Extremtage zeigen den Mechanismus. Am 20. Januar 2025, dem teuersten Tag des Jahres, hätten die simulierten Batterien die Abendspitze von 583 auf 221 Euro/MWh gedrückt. Am 11. Mai 2025, dem billigsten Tag, hätten sie mittags Strom aufgenommen und den Preis von minus 250 auf minus 20 Euro/MWh angehoben.
Die Grenze benennt Projektleiter Leonhard Gandhi von Energy-Charts selbst: Speicher glätten die Preise, erzeugen aber keinen Strom, und müssen deshalb gemeinsam mit verlässlicher Erzeugung geplant werden.

Warum das wichtig ist
Der deutsche Solarausbau untergräbt seine eigenen Erlöse: Mehr Module bedeuten mehr Mittagsstunden bei null oder darunter. Ein Werkzeug, mit dem jeder auf Basis echter Gebote statt eines stilisierten Modells prüfen kann, wie viel Speicher daran ändert, macht die Debatte über Batterieziele messbar. Die Einschränkungen stecken in den Einstellungen: Die Spitzenwerte unterstellen keinen grenzüberschreitenden Handel, der in Wirklichkeit einen Teil desselben Überschusses aufnimmt.