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Fervos Cape Station bringt Enhanced Geothermal im Kraftwerksmaßstab ans Netz

Fervo Energy verkauft aus seiner Cape Station im Beaver County in Utah nun Strom aus einem Enhanced-Geothermal-System – laut IEEE Spectrum das erste Mal weltweit, dass eine Geothermieanlage der neuen Generation im Kraftwerksmaßstab das schafft. Der erste 33-MW-Block wurde am 24. September 2026 mit dem Netz synchronisiert und ging am 1. Oktober in den kommerziellen Betrieb; Abnehmer ist Shell Energy, ein Stromhändler in Kalifornien. Der Meilenstein liegt zwei Wochen zurück; Anlass für einen genauen Blick ist die ausführliche Darstellung des Projekts bei IEEE Spectrum in dieser Woche.

Was anders ist. Herkömmliche Geothermiekraftwerke nutzen natürlich vorkommendes Heißwasser oder Dampf. Cape Station schafft sich sein Reservoir selbst: Fervo nutzt Bohrtechniken aus der Öl- und Gasindustrie, um tief im heißen, trockenen Gestein Fließwege anzulegen, und erzeugt Dampf aus dem Wasser, das hindurchgeleitet wird. Fervo-Managerin Dawn Owens sagte dem Magazin, im Süden Utahs wäre „traditionelle Geothermie nie gebaut worden“.

Der Ausbau. Das Projekt soll 2 Mrd. $ kosten und 500 MW erreichen. Fervo will zwei weitere 33-MW-Blöcke bis zum 1. Januar 2027 in Betrieb nehmen; die übrigen 400 MW, gestützt durch eine Vereinbarung mit Google, sind im Bau und für 2028 vorgesehen. Zuvor betrieb das Unternehmen in Nevada eine 3,5-MW-Pilotanlage, Project Red, seit Ende 2023. Fervo ist seit Mai börsennotiert.

Fervos Cape Station bringt Enhanced Geothermal im Kraftwerksmaßstab ans Netz
Fervos Cape Station bringt Enhanced Geothermal im Kraftwerksmaßstab ans Netz — Grid Brief

Die Kostenfrage. Die Bedingungen seiner Stromabnahmeverträge, die zusammen rund 1.000 MW laufender und künftiger Projekte abdecken, nennt Fervo nicht. Der Firma zufolge liefert Phase 1 zu rund 7.000 $ je Kilowatt, Phase 2 soll bei 5.500 $/kW liegen, wie sie früher Canary Media sagte; IEEE Spectrum stellt dem durchschnittliche Baukosten von 2.157 $/kW für ein Gaskraftwerk im Jahr 2025 gegenüber. Geothermie liefert heute etwa 0,4 Prozent der US-Stromerzeugung; zitierte Fachleute nennen hohe Bohrkosten vorab und regulatorische Hürden als Haupthindernisse.

Wo der Wert liegen könnte. Von IEEE Spectrum zitierte Forscher halten einen flexiblen Betrieb neuer Anlagen für möglich – etwa am Abend, wenn die Solarleistung sinkt – statt nur Grundlast; Owens nennt zudem die Versorgung von Rechenzentren hinter dem Zähler, damit Kosten neuer Kapazität nicht bei den Netzkunden landen.

Quelle: IEEE Spectrum, „Fervo's Cape Station Geothermal Plant Goes Live“ — https://spectrum.ieee.org/fervo-cape-station-geothermal