Agri-PV-Versuch in Österreich meldet mehr Weizen bei weitem Reihenabstand
Der österreichische Agri-PV-Anbieter EWS meldet, dass Winterweizen zwischen seinen nachgeführten Solarreihen am Forschungsstandort Bruck an der Leitha in diesem Jahr 14 Prozent mehr Ertrag brachte als eine Kontrollfläche ohne Module. pv magazine berichtet über die Zahl, die EWS teilweise auf Beschattung und ein verändertes Mikroklima unter den Modulen im trockenen Sommer 2026 zurückführt.
Die Details zählen mehr als die Schlagzeile. Der 2022 mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) errichtete Standort ist als Versuch zum Reihenabstand angelegt: Die beweglichen Modultische stehen 8, 11 und 14 Meter auseinander, was Anbaustreifen von 6, 9 und 12 Metern ergibt. Das Plus von 14 Prozent stammt aus den breitesten, 12 Meter breiten Streifen. 2024 lagen laut früher veröffentlichten Ergebnissen von EWS die Weizenerträge in den 6- und 9-Meter-Streifen nahe an der unbeschatteten Kontrolle, während die 12-Meter-Zone rund 10 Prozent mehr brachte.
EWS formuliert vorsichtig. Die BOKU wertet die diesjährige Ernte noch aus, die Ergebnisse sollen bis Ende 2026 in den Abschlussbericht des Projekts einfließen, und das Unternehmen weist darauf hin, dass Standort, Kultur, Wetter und Bodenverdichtung beim Bau die Erträge beeinflussen. Am zweiten Standort, der 4,58-MW-Anlage in Pischelsdorf am Engelbach in Oberösterreich, seien die Sojabohnen gut durch die Trockenheit gekommen; Ertragsdaten hat EWS dort nicht veröffentlicht.
Die Tracker folgen im Normalbetrieb der Sonne, lassen sich für Feldarbeit waagerecht stellen, und zur Ernte können die Reihen um bis zu 70 Grad voneinander weg kippen, um Maschinen durchzulassen.

Was das bedeutet
Agri-PV-Ergebnisse werden leicht überinterpretiert, und dieses lädt dazu ein. Eine Saison, eine Kultur, eine Unternehmensangabe und eine unfertige Universitätsauswertung sind ein Grund für Interesse, keine Ertragsregel. Belastbarer ist das Muster über die Abstände: In beiden gemeldeten Jahren schnitten die breitesten Streifen am besten ab und die schmalsten nicht besser als offenes Feld. Schatten hilft einer Kultur unter Hitze- und Trockenstress nur bis zu einem gewissen Punkt, und die Geometrie entscheidet, wo dieser Punkt liegt.
Für Projektentwickler wird der Reihenabstand damit zur zentralen Abwägung. Breitere Streifen bedeuten weniger Leistung pro Hektar, aber bessere Ergebnisse auf dem Acker; schmalere bedeuten mehr Strom und, nach diesen Daten, keinen landwirtschaftlichen Gewinn. Zitierwürdig wird erst der Abschlussbericht der BOKU.