Kalifornien beschließt Steckersolar-Gesetz für größten US-Balkonmarkt
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat SB 868 unterzeichnet, ein Gesetz, das den 39 Millionen Einwohnern des Bundesstaats erlaubt, tragbare Solargeräte über eine gewöhnliche Steckdose an ihr Zuhause anzuschließen, berichtet pv magazine USA. Unterzeichnet wurde am 30. September, dem letzten Tag, an dem über Gesetze der Sitzungsperiode 2026 entschieden werden konnte.
Der Entwurf, informell Plug Into the Sun Act genannt, wurde im Januar von Senator Scott Wiener eingebracht, der San Francisco vertritt. Er tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und definiert tragbare Solargeräte als Photovoltaikgeräte, die über eine Steckdose mit der Hausinstallation verbunden werden und den Verbrauch vor Ort senken. Je Wohnung darf die gesamte Wechselstromleistung höchstens 1.200 Watt betragen, die Geräte müssen von UL oder einem gleichwertigen Prüflabor zertifiziert sein. Das Gesetz befreit sie von den Netzanschlussvorgaben der Versorger und verbietet diesen, Gebühren zu verlangen oder eine Genehmigung vorzuschreiben.
Wiener begründete das Gesetz mit hohen Stromrechnungen, gerade auch für Mieter, die einen großen Teil der möglichen Nutzer ausmachen; solche Geräte heißen oft Balkonsolar, weil Wohnungsbewohner mit wenig Außenfläche sie nutzen. Laut pv magazine berieten 2026 35 Bundesstaaten über Steckersolar-Gesetze, nachdem Utah 2025 mit HB 340 das erste verabschiedet hatte; in acht weiteren Staaten wurden Gesetze vor dem kalifornischen unterzeichnet. New Yorks SUNNY Act, im Juni vom Parlament beschlossen, wartet noch auf die Unterschrift der Gouverneurin. Unterstützt wurde der Entwurf unter anderem von der Environmental Working Group, dem kalifornischen Solar- und Speicherverband, dem Sierra Club und der gemeinnützigen Organisation Bright Saver.

Warum das wichtig ist
Der Reiz von Steckersolar liegt darin, das Verfahren beim Versorger ganz zu umgehen – das ist zugleich seine Grenze: Mit 1.200 W je Wohnung bleibt die Energiemenge klein. Kalifornien bringt Größe ein: Millionen Mieter und Wohnungsbewohner, die nie Dachmodule installieren könnten, und einen Markt, der groß genug ist, damit Hersteller Produkte eigens für US-Vorgaben zertifizieren.