Benins erster privater Solarerzeuger sichert 30 Mio. € für vier Anlagen
Axian, ein panafrikanischer Mischkonzern, hat eine Finanzierungsvereinbarung für vier Solarkraftwerke in Benin mit zusammen 62 MW unterzeichnet, berichtete pv magazine am 30. Oktober. Das Paket über 30 Millionen Euro stellen die International Finance Corporation und Proparco bereit, der Privatsektor-Arm der französischen Entwicklungsbank AFD; die IFC mobilisiert zudem Mittel aus dem Clean Technology Fund. Die Gesamtkosten sollen 45 Millionen Euro erreichen.
Das Projekt IPP50 gilt als erstes Solarprojekt eines unabhängigen Stromerzeugers in Benin. Es umfasst vier Anlagen in Natitingou, Djougou, Parakou und Bohicon, die jährlich rund 110 GWh erzeugen sollen, was im Zeitraum 2028 bis 2035 einem Zuwachs der heimischen Erzeugung um etwa 17 Prozent entspricht. Der Strom geht im Rahmen langfristiger Abnahmeverträge an den staatlichen Versorger SBPE, der kommerzielle Betrieb ist für jede Anlage im ersten Quartal 2028 geplant. Das Projekt ist als öffentlich-private Partnerschaft auf Grundlage staatlicher Konzessionen angelegt.
Zum Vergleich: Benins größte laufende Solaranlage, Illoulofin, hat laut Datenbank der Africa Solar Industry Association 50 MW in zwei Bauabschnitten. Axian zufolge trägt IPP50 zum National Energy Compact Benins bei, der bis 2030 rund 928.000 weiteren Haushalten Zugang zu Strom verschaffen, die Elektrifizierungsrate auf mindestens 70 Prozent heben und den Anteil erneuerbarer Energien an der Erzeugung auf 30 Prozent bringen soll.

Was das bedeutet
Auffällig ist weniger die Leistung als das Etikett. Ein erster privater Erzeuger setzt die Vorlage — Konzession, Abnahmevertrag mit dem Staatsversorger, Finanzierung durch Entwicklungsbanken —, an der spätere private Projekte bepreist werden. Gehen die vier Anlagen 2028 pünktlich in Betrieb, hat der nächste Bieter ein Referenzgeschäft; verzögern sie sich, wird privates Kapital für Solar in Benin für alle Nachfolger teurer.