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Österreich fördert ab 2027 keine PV-Module mehr, sondern gesteuerte Speicher

Die österreichische Bundesregierung hat am 6. Oktober dargelegt, wie sie die PV-Investitionsförderung ab 2027 ersetzen will – zwei Tage vor dem Start des letzten Fördercalls im bisherigen System am 8. Oktober. Den Anlass nennt die Aussendung des Ministeriums selbst: Im zweiten Call 2026 waren die Mittel nach 33 Sekunden ausgeschöpft; knapp 28.000 Anträgen standen Mittel für rund 3.000 Projekte gegenüber.

Von Modulen zum Systemverhalten. Die klassische Förderung für die Errichtung einer PV-Anlage soll durch einen Speichersystembonus ersetzt werden. Gefördert würden Speicher bei neuen PV-Anlagen ebenso wie die Nachrüstung bestehender – unter einer Bedingung: Ein intelligentes Energiemanagementsystem muss den Speicher nach festgelegten Kriterien netz- und systemdienlich betreiben. Entscheidend sei nicht mehr nur, wie viel Strom erzeugt wird, sondern wie gut er ins System integriert wird, so Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Von Zeitfenstern zur Abrechnung. Statt Calls, die in Sekunden schließen, ist ein laufendes Modell mit Antrag nach Fertigstellung geplant, nach dem Vorbild des Handwerkerbonus. Installationsbetriebe bekämen eine gleichmäßigere Auftragslage statt Stop-and-go rund um Stichtage. Projekte mit intelligentem Speicher, die 2026 keine Förderung erhalten haben und ab 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden, sollen 2027 bereits im neuen System einreichen können.

Österreich fördert ab 2027 keine PV-Module mehr, sondern gesteuerte Speicher
Österreich fördert ab 2027 keine PV-Module mehr, sondern gesteuerte Speicher — Grid Brief

Eine industriepolitische Bedingung. Für einen neuen Speicher bei einer neuen PV-Anlage soll ein Made-in-Europe-Wechselrichter verpflichtend werden; bei der Nachrüstung bestehender Anlagen soll ein zusätzlicher Made-in-Europe-Bonus möglich bleiben. Zudem sollen bisher ungenutzte Mittel die EAG-Pauschale auf der Stromrechnung geringfügig senken.

Noch offen. Höhe des Bonus, Förderbedingungen und technische Kriterien werden verhandelt; die Details regelt die jährliche Investitionszuschuss-Verordnung. Die Gesetzesänderung braucht eine Zweidrittelmehrheit im Parlament, die Regierungsparteien also Stimmen der Opposition – Zehetner lud alle Parteien ein, mitzugehen. Bis dahin gilt das alte System: Der dritte und letzte Call 2026 startete am 8. Oktober und ist laut EAG-Abwicklungsstelle bis 22. Oktober geöffnet. pv magazine berichtete unter Berufung auf eine Ministeriumsmeldung vom Freitag, 9. Oktober, von rund 43.300 Tickets in den ersten zehn Minuten dieses Calls, gegenüber 24.900 im Sommer; diese spätere Meldung haben wir nicht gefunden.

Für Netzbetreiber liegt der Punkt in der Bedingung, nicht in der Förderhöhe: Ein Modell, das nur Speicher mit Energiemanagement bezahlt, kauft Flexibilität am Hausanschluss statt zusätzlicher Mittagsspitze.

Quellen: APA-OTS, Aussendung des Ministeriums vom 6. Oktober 2026 — https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20261006_OTS0018/zehetnerschmidtdoppelbauer-schluss-mit-33-sekunden-foerdercall-pv-foerderung-wird-systemfoerderung-fuer-speicher-intelligente-steuerung ; EAG-Abwicklungsstelle — https://www.eag-abwicklungsstelle.at/ ; pv magazine, 10. Oktober 2026 — https://www.pv-magazine.com/2026/10/10/austria-43300-applications-for-solar-subsidies-submitted-in-just-ten-minutes/

Geschrieben von Victoria Shinder.