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Terrestrial Energy will halbes Salzschmelze-Kraftwerk als normale Industrie einstufen lassen

Terrestrial Energy hat bei der US-Atomaufsicht Nuclear Regulatory Commission (NRC) einen Topical Report zur Thermal and Electric Facility (TEF) eingereicht. Die Behörde soll bestätigen, dass der Bau des nichtnuklearen Teils seines Integrated Molten Salt Reactor (IMSR) kein „nuklearer Bau" im Sinne der US-Vorschriften ist. World Nuclear News berichtete am 9. Oktober über die Einreichung.

Wie die Anlage geteilt ist. Der IMSR ist ein Generation-IV-Konzept, bei dem Salzschmelze zugleich Brennstoff und Kühlmittel ist; er kann Wärme direkt an Industrie liefern oder Strom erzeugen. Die Anlage besteht aus zwei Teilen: der Nuclear Facility mit standardisierten modularen Nuklearsystemen und der TEF mit Wärmeübertragung, Dampferzeugung und Elektrotechnik. Das Unternehmen argumentiert, die nuklearen Systeme seien für den sicheren Betrieb nicht auf die TEF angewiesen, und jeder Fehler, der in der TEF beginnt, bleibe von ihnen getrennt. Der Bericht stützt sich auf die bereits von der NRC genehmigte Methodik des Unternehmens zu postulierten auslösenden Ereignissen.

Was eine Genehmigung erlauben würde. Topical Reports legen Teile einer Genehmigungsgrundlage fest, auf die spätere Anträge ohne erneute Prüfung verweisen können. Akzeptiert die NRC diesen Bericht, könnte die standortspezifisch anpassbare TEF gebaut und betrieben werden, bevor Baugenehmigung und Betriebslizenz für den nuklearen Teil vorliegen – mit einer Hilfswärmequelle wie Erdgas als Brücke. Firmenchef Simon Irish sieht darin eine Änderung der Finanzierung wie der Regulierung: Nur der nukleare Teil folge dem nuklearen Zeitplan, Kunden bekämen früher Strom und Wärme, Geldgeber „eine bankfähige Bauphase". Er spricht von einem Weg für die ganze Flotte, nicht von einer einmaligen Ausnahme.

Terrestrial Energy will halbes Salzschmelze-Kraftwerk als normale Industrie einstufen lassen
Terrestrial Energy will halbes Salzschmelze-Kraftwerk als normale Industrie einstufen lassen — Grid Brief

Warum das eine Grundsatzfrage ist. Wo die Grenze zwischen nuklearem und konventionellem Bau verläuft, entscheidet darüber, welche Arbeiten unter NRC-Aufsicht, Qualitätssicherungsprogramme und Inspektionen fallen – und welche gewöhnliche Industriebetriebe zu gewöhnlichen Kosten erledigen können. Ein positiver Bescheid hieße auch: Ein Standort beginnt als gasbefeuerte Wärme- und Stromanlage, der Reaktor kommt später. Für Kunden, die früh Energie wollen, ist das attraktiv; die spätere nukleare Umrüstung hängt aber an einer Lizenz, die noch nicht erteilt ist.

Stand. Die NRC steht seit 2019 im Vorantragsverfahren mit Terrestrial Energy. Es ist der dritte von mindestens fünf Topical Reports, die das Unternehmen 2026 einreichen will. Zu seinen Projekten gehören eine Anlage auf dem Gelände Texas A&M-RELLIS in Bryan, Texas; im September wurde es zudem als Technologielieferant für ein Kraftwerksprojekt von Ameresco auf dem Armeegelände Aberdeen Proving Ground in Maryland ausgewählt. Entschieden hat die NRC über den Bericht noch nicht.

Quelle: World Nuclear News, 9. Oktober 2026 — https://www.world-nuclear-news.org/articles/latest-terrestrial-energy-topical-report-submission-could-lead-to-faster-deployment