Spanien konsultiert zur Vergabe von 11 GW reservierter Netzkapazität
Spaniens Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderung (MITECO) hat über sein Institut für einen gerechten Übergang (ITJ) zwei öffentliche Konsultationen gestartet. Es geht darum, wie bis zu 11 GW Netzzugangskapazität vergeben werden, die an sogenannten Übergangsknoten reserviert sind - Anschlusspunkten in Regionen, die Kohlekraftwerke, Bergwerke oder andere Industrie verlieren. Beide Konsultationen laufen bis zum 8. Oktober, berichtete pv magazine am 24. September. Die Kapazität ist für erneuerbare Erzeugung und Energiespeicher bestimmt.
Die beiden Verfahren unterscheiden sich in der Methode. Das erste betrifft 15 Knoten in A Coruña, Almería, Asturien, Burgos, Cádiz, León, Palencia und Puertollano. Hier schlägt das ITJ ein einfaches Wettbewerbsverfahren vor, bei dem die Kapazität in der Reihenfolge des Antragseingangs vergeben wird. Die Projekte müssten trotzdem technische Anforderungen erfüllen, die Umweltprüfung bestehen und sich zu sozioökonomischen Maßnahmen in der betroffenen Region verpflichten. Das zweite Verfahren gilt den Knoten Guardo (220 kV) und Velilla (400 kV) in Palencia. Eine Marktabfrage von April bis Juni hatte dort großes Interesse ergeben, vor allem von Pumpspeicherprojekten. Deshalb schlägt das ITJ eine Ausschreibung per Ministerialerlass vor, die Projekte nach sozioökonomischen und ökologischen Kriterien sowie nach den technischen Anschlussbedingungen bewertet.

Was das bedeutet
Die Aufteilung zeigt einen Regulierer, der Netzzugang je nach Konkurrenzlage nach unterschiedlichen Regeln verteilt. Wo die Nachfrage überschaubar ist, ist die Eingangsreihenfolge billig und schnell. Wo mehr Projekte an einen Knoten wollen, als er aufnehmen kann, vergleicht Spanien sie - und die genannten Kriterien, lokale Arbeitsplätze und Umweltwirkung, sind nicht dasselbe wie "wer am meisten zahlt" oder "wer am weitesten ist". Damit wird Guardo-Velilla zum Testfall, ob Langzeitspeicher einen knappen Anschluss aus Gründen des Gemeinwohls gewinnen können und nicht allein über den Preis.
Zugleich steht das mitten in der europäischen Debatte über Warteschlangen. "Wer zuerst kommt" ist genau die Regel, die andere Länder aufgeben, weil sie spekulative Anträge belohnt. Spanien behält sie für die weniger umkämpften Knoten, knüpft aber Pflichten daran, die einen Platzhalter-Antrag teuer machen. Wer sich für die 15 Knoten interessiert, sollte die Entwürfe vor dem 8. Oktober genau lesen: Sind die sozioökonomischen Zusagen verbindlich und werden sie durchgesetzt, filtern sie die Warteschlange wirksamer, als die Eingangsregel vermuten lässt.