Deutschland, Österreich und Luxemburg finanzieren Doppelauktion für E-SAF
Deutschland, Österreich und Luxemburg haben einen gemeinsamen Mechanismus gestartet, um den Markthochlauf von nachhaltigem Flugkraftstoff aus erneuerbarem Strom, sogenanntem E-SAF, zu unterstützen; darüber berichtete pv magazine am 25. September. Deutschland stellt bis zu 2 Milliarden Euro bereit, Österreich und Luxemburg jeweils bis zu 60 Millionen Euro, zusammen rund 2,12 Milliarden Euro. Die geförderten Mengen sollen in den drei Ländern im Verhältnis ihrer Beiträge vermarktet werden.
Das Verfahren ist eine Doppelauktion. Auf der Angebotsseite konkurrieren E-SAF-Produzenten darum, Kraftstoff zum niedrigsten Preis anzubieten; auf der Nachfrageseite bieten Abnehmer auf Mengen. Ein Intermediär schließt mit Produzenten langfristige und mit Abnehmern kürzere Verträge, und öffentliche Mittel decken die Differenz zwischen beiden Preisen. Erklärtes Ziel ist es, Produzenten die langfristige Erlössicherheit für die Finanzierung neuer Anlagen zu geben und die Förderung durch Wettbewerb auf beiden Seiten so klein wie möglich zu halten.

Was das bedeutet
Der Mechanismus setzt am Kernproblem von E-SAF an: Ein Produzent braucht für die Finanzierung einer Anlage einen Abnehmer, der sich für Jahre bindet, während Fluggesellschaften Kraftstoff mit kurzen Verträgen kaufen und sich nicht auf ein Produkt festlegen können, das ein Vielfaches von fossilem Kerosin kostet. Ein Intermediär dazwischen verwandelt eine langfristige Verpflichtung in eine Folge kurzfristiger Verkäufe, und die Auktion auf beiden Seiten zeigt die tatsächliche Höhe der Preislücke, statt einen Fördersatz vorab festzulegen. Die Konstruktion ähnelt dem Modell H2Global, das Deutschland für Wasserstoffderivate nutzt.
Für den Stromsektor zählt die Nachfrage. E-SAF entsteht aus elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff und abgeschiedenem Kohlenstoff; jede Tonne Kraftstoff bedeutet eine große und stetige Stromlast. Ein finanzierter, länderübergreifender Abnahmemechanismus ist eines der wenigen Instrumente, die angekündigte Elektrolyseleistung in tatsächlich vertraglich gesicherte Nachfrage nach erneuerbarem Strom verwandeln. Was über die Wirkung entscheidet, steht nicht in der Meldung: der Zeitplan der ersten Auktionsrunden, die Vertragslaufzeiten für Produzenten und ob die Mengen groß genug sind, eine Anlage im Industriemaßstab zu tragen statt nur Pilotprojekte. Diese Einzelheiten sollte man in den Ausschreibungsunterlagen verfolgen, statt sie aus dem Gesamtbudget abzuleiten.