US-Energieministerium gibt 1,9 Milliarden fuer 31 Umbeseilungsprojekte und verlangt 3,35 Milliarden dazu
Das Office of Electricity des US-Energieministeriums hat angekuendigt, 31 Projekte zur Netzertuechtigung in 26 Bundesstaaten mitzufinanzieren. Traeger ist die Initiative SPARK — Speed to Power through Accelerated Reconductoring and other Key Advanced Transmission Technology Upgrades. Zusammen umfassen die Projekte 5,25 Milliarden Dollar: 1,9 Milliarden Bundesmittel und 3,35 Milliarden Eigenanteil der Empfaenger.
Als Ziel nennt das Ministerium hoehere Zuverlaessigkeit und niedrigere Strompreise fuer rund 100 Millionen Menschen in den USA. Erwartet werden 23 GW zusaetzliche Netzkapazitaet, und die Projekte sollen nach eigener Formulierung in Rekordzeit ans Netz gehen, indem das bestehende Uebertragungssystem ertuechtigt wird.

Was das bedeutet
Das tragende Wort im Namen der Initiative ist Reconductoring, also Umbeseilung. 23 GW dadurch zu gewinnen, dass bestehende Trassen mit leistungsfaehigeren Leitern neu bespannt werden, ist etwas grundlegend anderes als Neubau — und der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Zeit. Eine neue Trasse verbringt Jahre in Standortwahl und Genehmigung; ein bestehendes Wegerecht hat dieses Verfahren bereits hinter sich, und das Versprechen "Rekordzeit" beruht ausschliesslich darauf, es nicht erneut zu oeffnen.
Der Eigenanteil ist das Zweite, was man lesen sollte. Die Empfaenger legen fast zwei Dollar je Bundesdollar dazu. Das heisst, es handelt sich um Vorhaben, die die Versorger ohnehin wollten und nicht vorziehen konnten — nicht um Vorhaben, die das Programm erfunden hat. Das macht die angekuendigte Kapazitaet glaubwuerdiger als eine Schlagzeilenzahl sonst ist, und es legt zugleich den Pruefstein fest: Ein Umbeseilungsprogramm misst sich an Fertigstellungsterminen, nicht an Spatenstichen. Die Zahl, zu der man in zwei Jahren zurueckkehrt, lautet: Wie viele der 31 sind unter Spannung.