US-Energieministerium hält Craig Unit 1 zum vierten Mal per Notverfügung
Das US-Energieministerium hat erneut per Notverfügung angeordnet, dass Block 1 des Kohlekraftwerks Craig im Nordwesten Colorados einsatzbereit bleibt. Der Block sollte Ende 2025 schließen. Energieminister Chris Wright ordnete seine Bereitschaft erstmals im Dezember 2025 an und danach zweimal im Jahr 2026; dies ist also die vierte Verfügung. Sie gilt vom 27. September bis zum
- Dezember 2026.
Die Verfügung richtet sich an den Betreiber Tri-State Generation and Transmission Association sowie an die darin genannten Miteigentümer und Systembetreiber - Southwest Power Pool, Platte River Power Authority, Salt River Project, PacifiCorp und Public Service Company of Colorado - und verpflichtet sie, alles Nötige zu tun, damit der Block betrieben werden kann. SPP soll ihn nach wirtschaftlicher Einsatzreihenfolge fahren, also dann, wenn er die günstigere Option ist; das Ministerium stellt das als Mittel zur Kostenbegrenzung dar.
Als Begründung nennt das Ministerium die Versorgungssicherheit: Der Block helfe, erhöhte Risiken in der Rocky-Mountain-Region des Western Electricity Coordinating Council bei ungewöhnlichem Wetter abzufedern. Die Mitteilung ist zugleich politisch formuliert - der Minister kritisiert Bemühungen von Bundesstaaten und Bund, Erzeugung stillzulegen - und gibt an, seit 2025 seien mehr als 17 Gigawatt Kohlekapazität vor der Stilllegung bewahrt worden.

Was das bedeutet
Notverfügungen dieser Art ergehen nach Abschnitt 202(c) des Federal Power Act und sind befristet; deshalb kehrt derselbe Block alle paar Monate mit neuer Verfügung und neuen Daten zurück. Jede Verlängerung ist auch ein neuer Entscheidungspunkt für die, die die Kosten tragen. Wie diese Kosten verteilt werden, entscheidet die Federal Energy Regulatory Commission; in der Mitteilung des Ministeriums steht dazu nichts.
Für Planer in der Region heißt das praktisch: Ein Stilllegungsdatum ist keine verlässliche Größe mehr. Versorger, Miteigentümer und Entwickler von Ersatzanlagen arbeiten mit einem Block, der offiziell stillgelegt wird und doch jeweils ein weiteres Quartal verfügbar bleibt - das erschwert die Ressourcenplanung ebenso wie die Wirtschaftlichkeit dessen, was ihn ersetzen sollte.