Kalifornien beschliesst sieben Gesetze zu Netzkosten von Rechenzentren
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat am Montag sieben Gesetzesvorlagen unterzeichnet, die Gemeinden mehr Informationen ueber geplante Rechenzentren geben sollen — zu Energie, Wasser, Beschaeftigung und Flaechennutzung — damit sich wirtschaftliche Kosten und Nutzen abwaegen lassen. Utility Dive berichtete am 22. September 2026 darueber.
Nach Angaben des Gouverneursbueros verpflichten die Gesetze Rechenzentren dazu, ihren Anteil an den Netzausbaukosten zu tragen und ihren Wasserverbrauch gegenueber Kommunen offenzulegen; zudem entfaellt die Berechtigung zu pauschalen Umweltausnahmen.
Drei Vorlagen werden benannt. SB 1168 beauftragt die California Public Utilities Commission, den Energieverbrauch von Rechenzentren zu pruefen und sicherzustellen, dass sie fuer Ausbauten im Uebertragungs- und Verteilnetz sowie fuer Lastzuwaechse zahlen; Initiator Senator Jerry McNerney erklaerte, die Stromrechnungen in Kalifornien gehoerten ohnehin zu den hoechsten des Landes und das rasche Wachstum der Rechenzentren drohe die Tarife in die Hoehe zu treiben. SB 886 und SB 887 von Senator Steve Padilla verlangen, dass Rechenzentren saemtliche Ausbau- und Erzeugungskosten tragen, einen groesseren Anteil an Kosten und Haftung der Waldbrandvorsorge uebernehmen und sich einer Umweltpruefung unterziehen; zugleich erhalten Kommunen Mitsprache.
Die Gesetze folgen auf ein vorlaeufiges Verbot grosser KI-Rechenzentren in nicht inkorporierten Gebieten, das der Planungsdirektor des Los Angeles County angeordnet hatte. In Kalifornien stehen laut Data Center Map 296 Rechenzentren, die drittgroesste Zahl in den USA.

Was das bedeutet
Wirksam sind die Regelungen zur Kostenzuordnung, und sie sind enger und nuetzlicher als die Rhetorik darum. Eine grosse Last fuer die von ihr ausgeloesten Netzausbauten zahlen zu lassen ist keine Strafe, sondern das gewoehnliche Verursacherprinzip — angewandt auf eine Kundengruppe, die gross genug ist, dass die sozialisierte Alternative auf jeder Rechnung sichtbar wird.
Zu beobachten ist der Anteil an der Waldbrandhaftung, denn er ist der ungewoehnliche Teil. Er knuepft einen Teil systemweiter Risikokosten an eine bestimmte Kundengruppe statt an die Tarifbasis insgesamt, und die Berechnung dieses Anteils wird lange vor ihrer Klaerung beklagt werden.
Zwei Vorbehalte. Der Wegfall pauschaler Umweltausnahmen bedeutet Pruefung, nicht Ablehnung — die Wirkung liegt bei Zeitplan und Offenlegung, nicht beim Verbot. Und ein Auftrag an die CPUC zu "pruefen" ist der Beginn eines Verfahrens, kein Tarif: Ob sich etwas aendert, entscheidet die Zahl, auf die die Kommission kommt — und die liegt ein Jahr oder mehr entfernt.