ACER: Grenzhandel bringt 32 Mrd. Euro im Jahr, Engpasskosten 2025 bei 5,4 Mrd.
Die EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden ACER hat am 4. November ihren Monitoringbericht 2026 zur Integration der Strommärkte veröffentlicht. Er deckt alle Marktzeitbereiche, die zonenübergreifende Kapazität und das Engpassmanagement ab.
Positiv beziffert ACER den wirtschaftlichen Überschuss aus grenzüberschreitendem Handel allein im Day-Ahead-Markt auf rund 32 Milliarden Euro im Jahr; weitere Integration über alle Märkte könnte mindestens 4 Milliarden Euro jährlich zusätzlich bringen. Der Day-Ahead-Handel ist weitgehend auf 15-Minuten-Produkte umgestellt, die am 1. Oktober 2025 eingeführt wurden und inzwischen fast 90 % des dort gehandelten Stroms ausmachen. Stromabnahmeverträge kombinieren zunehmend erneuerbare Erzeugung mit Speichern.
Der Bericht nennt auch, was nicht funktioniert. Die Liquidität im Terminmarkt konzentriert sich auf wenige Gebotszonen und fällt bei Kontrakten jenseits eines Jahres rasch ab. Die Preisunterschiede zwischen Gebotszonen wachsen, was die für den zonenübergreifenden Handel bereitgestellte Übertragungskapazität wichtiger macht. Die Vorgabe, mindestens 70 % der Kapazität für den grenzüberschreitenden Handel bereitzustellen, ist EU-weit noch nicht vollständig umgesetzt; Intraday- und Regelenergiemärkte leiden am meisten unter dem begrenzten Zugang.
Das Engpassmanagement wird teurer. Seine Kosten erreichten 2025 5,4 Milliarden Euro nach 4,3 Milliarden 2024, mit wachsendem Anteil für Spannungshaltung nach dem Blackout auf der Iberischen Halbinsel.
ACERs Fazit: Der volle Wert der Integration ist nicht gehoben, und die vollständige Anwendung bestehender Regeln einschließlich der 70-Prozent-Vorgabe würde Verbrauchern mit wachsender erneuerbarer Erzeugung deutliche Gewinne bringen.

Was das bedeutet
Der Überschuss ist groß, doch die Trends für die nächsten fünf Jahre zeigen in die andere Richtung: größere Preisunterschiede, steigende Redispatch-Rechnungen und eine nur teilweise erfüllte Kapazitätsregel.