Westinghouse startet sechsmonatige FEED-Studie für AP1000 in Bohunice
Westinghouse soll eine Front-End-Engineering-and-Design-Studie (FEED) für einen möglichen AP1000-Reaktor am Kernkraftstandort Jaslovské Bohunice in der Slowakei erstellen, berichtete World Nuclear News am 29. Oktober nach einer Unterzeichnung im Beisein von Ministerpräsident Robert Fico. Die sechsmonatige Studie wird teilweise aus einem Zuschuss des FIRST-Programms des US-Außenministeriums finanziert und umfasst Engineering, Genehmigung und Projektplanung.
Der Auftrag folgt auf die Nachricht von Anfang Oktober, dass der tschechische Versorger ČEZ seinen Anteil an JESS, der neuen slowakischen Kernkraft-Projektgesellschaft, an das Staatsunternehmen JAVYS verkauft. Fico sagte, nach Klärung der Eigentumsfrage unterzeichne man nun „das erste technische Dokument“, mit dem Westinghouse den Zustand des Standorts und die vorhandenen Genehmigungen feststellen könne; das Land wolle das Kraftwerk ausschließlich in Staatseigentum bauen. JESS-Chef Tomáš Vavruška sagte, die Studie prüfe, ob die AP1000-Technik zum Standort passt, und liefere genauere Unterlagen samt vorläufigem Zeitplan und Budget als Grundlage für die nächsten Schritte.
Die Slowakei betreibt bereits fünf Reaktoren, die mehr als die Hälfte ihres Stroms liefern; Mochovce 4 ist in der Inbetriebnahme. Läuft Mochovce 4 mit voller Leistung, deckt Kernenergie laut WNN umgerechnet 77,5 Prozent des Verbrauchs. Zieljahr für den neuen Block in Bohunice ist 2040.

Was das bedeutet
Es geht um eine Studie, nicht um einen Baubeschluss, und die Zitate sagen das auch: Ergebnis sind Zeitplan und Budget, auf deren Grundlage JESS entscheidet. Neu ist, dass das Projekt nun einen einzigen Eigentümer hat, den Staat, und einen benannten Hersteller, der am Standort arbeitet; damit sind die beiden Fragen geklärt, an denen es hing. Das Zieljahr 2040 lässt Raum für die sechs Monate der Studie und eine Entscheidung danach.