Urenco USA erzeugt ersten Zylinder LEU+, erste kommerzielle Produktion im Westen
Urenco USA hat in seiner National Enrichment Facility in New Mexico den ersten Zylinder LEU+ erzeugt. Nach Angaben des Unternehmens ist es zugleich die erste kommerzielle Produktion dieses Materials in der westlichen Welt. Die US-Atomaufsicht NRC hatte die Anlage im September 2025 zur Anreicherung bis 10 % U-235 zugelassen; alle Gaszentrifugen-Kaskaden sind für LEU+ lizenziert.
Die meisten kommerziellen Reaktoren nutzen schwach angereichertes Uran mit 3-5 % U-235. LEU+ enthält 5-10 %. Brennstoff daraus kann bestehenden Leichtwasserreaktoren längere Zyklen ermöglichen, also weniger Brennelementwechsel und geringere Betriebs- und Wartungskosten. Einige fortgeschrittene Reaktorkonzepte sollen ebenfalls LEU+ nutzen, andere brauchen HALEU mit 10-20 %, für das LEU+ als Ausgangsstoff dienen kann.
„In die Vorbereitung unserer Anlage und unserer Mitarbeiter auf diesen Schritt ist enorm viel Arbeit geflossen“, sagte Urenco-USA-Geschäftsführer Jody Blackshear.
Das Unternehmen installiert am Standort New Mexico 700.000 Trennarbeitseinheiten (SWU) neuer Zentrifugenkapazität, Teil des Plans, die US-Anreicherung im nächsten Jahrzehnt auf mehr als 7 Millionen SWU auszubauen. Zudem ist eine neue Anlage mit 2,1 Millionen SWU am Standort angekündigt, Baubeginn 2029, erste Kaskaden 2032 und weitere bis 2036; auch sie soll LEU+ liefern können.

Was das bedeutet
LEU+ ist die Stufe zwischen heutigem Brennstoff und dem HALEU, das viele neue Reaktoren brauchen, und bisher verkaufte es keine westliche Anlage. Eine kommerzielle Quelle im eigenen Land macht Brennstoff mit höherem Abbrand für bestehende US-Reaktoren zu einer Beschaffungsfrage statt einer Forschungsfrage.