Grid Brief ENDE

Urenco nimmt in Gronau ein Uranoxid-Lager in Betrieb, gebaut schon 2014

Urenco hat das Lager für Uranoxid (U3O8) an seiner Anreicherungsanlage in Gronau förmlich in Betrieb genommen, berichtete World Nuclear News am 7. Oktober. Das Gebäude selbst wurde bereits 2014 im Rahmen der bestehenden Genehmigung fertiggestellt; mit der Inbetriebnahme sind nun alle rechtlichen und betrieblichen Voraussetzungen für die Lagerung von U3O8 am Standort erfüllt.

Wozu es dient. Bei der Anreicherung bleibt abgereichertes Uran zurück, die sogenannten Tails. In den kommenden Jahren wird Material aus Gronau zur Verarbeitung zu Oranos Standort Pierrelatte in Frankreich und zur Tails Management Facility von Urenco in Capenhurst in Großbritannien gebracht und dort in U3O8 umgewandelt. Dieses Oxid kann dann zur Langzeitlagerung nach Gronau zurückkehren.

Urenco nimmt in Gronau ein Uranoxid-Lager in Betrieb, gebaut schon 2014
Urenco nimmt in Gronau ein Uranoxid-Lager in Betrieb, gebaut schon 2014 — Grid Brief

Warum diese Form. U3O8 gilt als besonders geeignet für die Langzeitlagerung: Es ist wasserunlöslich, nicht brennbar, chemisch sehr stabil und selbst bei hohen Temperaturen nicht flüchtig.

Abfall oder Rohstoff. Nach geltendem deutschem Recht gilt abgereichertes Uran als potenziell wiederverwertbarer Stoff. Ein Sicherheitsbericht von 2002 zur letzten Ausbaustufe der Anlage hielt fest, dass es noch einen erheblichen Teil des ursprünglichen Uran-235 enthält, künftige Nutzungen also möglich bleiben, auch wenn derzeit kein konkreter Verwertungsweg besteht. Man bewahre das abgereicherte Uran zugleich als Ressource, sagte Jörg Harren, Geschäftsführer der Urenco Deutschland.

Hintergrund. Das Lager gehört zur 2005 von Nordrhein-Westfalen erteilten Ausbaugenehmigung der Anlage, die bis zu 4,5 Millionen Trennarbeitseinheiten pro Jahr erlaubt. Urenco gehört zu je einem Drittel der britischen Regierung, den Niederlanden und den deutschen Versorgern RWE und E.ON.