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Stades 80-Meter-Fortluftkamin fällt, der Rückbau nähert sich dem Ende

Der 80 Meter hohe Fortluftkamin des Kernkraftwerks Stade in Niedersachsen ist Anfang September kontrolliert gesprengt worden, wie Betreiber PreussenElektra mitteilte; World Nuclear News berichtete am 25. September. Der Kamin prägte das Gelände seit 1970 und führte im Betrieb die gereinigte und laufend überwachte Abluft der Anlage ab. Ausgeführt hat die Sprengung nach monatelanger Vorbereitung ein Spezialunternehmen im Auftrag von Freimuth, das den konventionellen Rückbau übernimmt.

Ohne den Kamin ist vom Kraftwerk kaum noch etwas zu sehen: die Stahlkugel des Containments, ein Bürogebäude und leere Lagerhallen. Das Containment soll laut PreussenElektra bis Ende dieses Jahres entfernt werden. Der Abriss des Reaktorgebäudes begann am 31. März.

Stade, ein Druckwasserreaktor mit 640 MWe, der 1972 in Betrieb ging, war das erste deutsche Kraftwerk, das nach dem Ausstiegsbeschluss von 2003 stillgelegt wurde. Es lief bis Ende 2005 mit reduzierter Leistung und wurde dann abgeschaltet; der Rückbau begann im Oktober desselben Jahres. Der konventionelle Abriss von Gebäuden startete 2023. Eine erste Phase, abgeschlossen im Frühjahr 2024, entfernte 17 Gebäude mit rund 177.000 Kubikmetern umbautem Raum, zwei weitere Phasen mit fünfzehn Gebäudekomplexen laufen seither parallel. Die Entlassung aus der atomrechtlichen Aufsicht ist für Herbst 2027 geplant; Stade wäre damit der erste kommerziell betriebene Druckwasserreaktor in Deutschland, der vollständig zurückgebaut ist.

Stades 80-Meter-Fortluftkamin fällt, der Rückbau nähert sich dem Ende
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Was das bedeutet

Stade ist der Referenzfall dafür, wie lange ein vollständiger Rückbau in der Praxis dauert: Abschaltung 2005, geplante Entlassung 2027, zusammen rund zweiundzwanzig Jahre. Diese Zeitspanne sollte man im Blick behalten, wenn Kosten und Dauer für andere Anlagen geschätzt werden - einschließlich der 2023 abgeschalteten deutschen Blöcke, die technisch und regulatorisch später starten, aber dieselbe Abfolge von Schritten durchlaufen.

Lehrreich ist auch die Reihenfolge. Den Großteil dieser zwei Jahrzehnte nahm das Entfernen der radioaktiven Systeme und die Freigabe von Material in Anspruch; der spektakuläre konventionelle Abriss kommt ganz am Ende, wenn Gebäude nichts mehr enthalten, das atomrechtliche Aufsicht braucht. Das Verschwinden eines Wahrzeichens zeigt also, dass der schwierige Teil vorbei ist, nicht dass er beginnt - und der Meilenstein, auf den es noch ankommt, ist die Entlassung aus der Aufsicht, mit der das Gelände wieder gewöhnliches Land wird.