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Sloweniens zweiter Reaktor braucht 195-Meter-Turm und 112 Umbauten

GEN energija, Trägerin des geplanten zweiten Blocks im slowenischen Krško, hat am

  1. September den Stand des Projekts JEK2 samt zwei Fachstudien vorgestellt. Beide erschienen vor einem angekündigten Referendum über neue Kernkraft, und beide betreffen die unspektakuläre Hälfte eines Reaktorbaus: wie man ihn kühlt und wie man ihn zur Baustelle bekommt. Die Mitteilung steht unter https://jek2.si/.

Kühlung. Das Ingenieurbüro John Cockerill Hamon hat vier Varianten bewertet. Empfohlen wird ein Naturzugkühlturm von 193 bis 198 Metern — die genaue Höhe hängt vom später gewählten Reaktortyp ab. Als Vorteile werden zuverlässiger Betrieb, geringer Wartungsaufwand und vor allem der niedrigste Eigenstromverbrauch der vier Varianten genannt: Der Turm braucht keine Ventilatoren, den Zug erzeugt das Bauwerk selbst. Als Alternative gilt eine Kombination aus Natur- und Zwangszug mit zwei Türmen von etwa 75 bis 80 Metern, allerdings bei höheren Betriebskosten. Klimaveränderungen seien berücksichtigt worden; die endgültige Wahl durchläuft weitere technische Prüfungen und das Raumordnungsverfahren.

Transport. Eine vorläufige Studie verglich acht Routen von See- und Flusshäfen. Weiterverfolgt wird die 274 Kilometer lange Straßenroute von Koper über Ljubljana und Celje nach Krško, die an 112 einzelnen Stellen Anpassungen für Höhe oder Breite oder Behelfsbrücken erfordern würde. Die endgültige Transportstudie wird bis Ende 2028 erwartet.

Die Investitionsentscheidung ist für 2028 oder 2029 vorgesehen. Die eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung des Unternehmens — Revision 1, auf Daten bis Oktober 2024, veröffentlicht unter https://jek2.si/ekonomika/ — nennt als Errichtungskosten „über Nacht" in Preisen von 2024 9,8 Milliarden Euro für 1.000 MWe und 15,4 Milliarden Euro für 1.650 MW.

Sloweniens zweiter Reaktor braucht 195-Meter-Turm und 112 Umbauten
Sloweniens zweiter Reaktor braucht 195-Meter-Turm und 112 Umbauten — Grid Brief

Was das bedeutet

Ein 195-Meter-Turm ist ein sichtbares Objekt, und das Referendum handelt von sichtbaren Objekten. Die Kühlturmstudie vor der Abstimmung zu veröffentlichen, ist eine Entscheidung: Das Bauwerk wird das höchste der Region sein und an den meisten Tagen eine Dampffahne tragen. Die Zahl jetzt zu nennen, ist die bessere Praxis, als sie nach einem Ja auftauchen zu lassen.

Die Turmwahl ist eine Leistungswahl. Begründet wird der Naturzug damit, dass er am wenigsten Strom verbraucht, weil er ohne Ventilatoren auskommt. Bei einer Anlage dieser Größe ist dieser Unterschied ein dauerhafter Abzug von der Nettoleistung, über sechzig Jahre und mehr. Hinzu kommt ein wartungsarmes Bauwerk gegenüber einer Reihe von Ventilatoren mit Lagern darin. Beide Argumente zeigen in dieselbe Richtung, und keines ist ästhetisch.

Und die 112 Stellen sind die Zahl zum Behalten. Sie ist die einzige der beiden Studien, die sich verallgemeinern lässt: Großkomponenten eines Reaktors dieser Klasse erreichen die meisten europäischen Standorte über die vorhandene Infrastruktur nicht. Die endgültige Transportstudie wird dafür einen Terminplan und eine Rechnung liefern — beides wird auf Projekten, die die Route nicht vorab abgefahren sind, üblicherweise spät entdeckt. Slowenien fährt sie vier Jahre vor dem ersten Schwertransport ab.

Berichtet wurde der Vorgang von World Nuclear News unter https://www.world-nuclear-news.org/articles/natural-draft-cooling-tower-is-preferred-jek2-option.

Primärquelle
GEN energija
https://jek2.si/