Grid Brief ENDE

Italiens Senat stimmt mit 81 zu 51 fuer die Rueckkehr zur Kernkraft

Italiens Senat hat das Regierungsgesetz zur Rueckkehr zur Kernkraft mit 81 zu 51 Stimmen bei sieben Enthaltungen angenommen, wie World Nuclear News am 24. September 2026 berichtete. Die Abgeordnetenkammer hatte im Juni mit 155 zu 86 bei acht Enthaltungen zugestimmt. Damit endet ein Verfahren, das der Ministerrat im Oktober vergangenen Jahres begonnen hatte.

Das Gesetz ist eine Ermaechtigung, kein Bauplan. Es erlaubt der Regierung, die Einfuehrung dessen zu regeln, was sie nachhaltige Kernkraft nennt, im Rahmen europaeischer Dekarbonisierungs- und Versorgungssicherheitspolitik, und benennt die Bausteine: ein nationales Programm fuer nachhaltige Kernkraft, eine unabhaengige Nuklearsicherheitsbehoerde, staerkere wissenschaftliche und industrielle Forschung, neue Qualifikationen und Informationskampagnen.

Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin sagte im Senat, Marktvolatilitaet, geopolitische Spannungen und Dekarbonisierungsziele haetten die Bedingungen der Debatte veraendert; die oeffentliche Diskussion muesse auf ueberpruefbaren Daten und technischer Analyse beruhen.

Italiens Senat stimmt mit 81 zu 51 fuer die Rueckkehr zur Kernkraft
Italiens Senat stimmt mit 81 zu 51 fuer die Rueckkehr zur Kernkraft — Grid Brief

Was das bedeutet

Mit dieser Abstimmung wird nichts gebaut. Geschaffen wird die Institution, die spaeter genehmigen muesste - und fuer ein Land, das seine Reaktoren vor vier Jahrzehnten abschaltete, ist der Wiederaufbau einer Aufsichtsbehoerde der lange Weg, nicht der Beton. Sicherheitsbehoerden brauchen Pruefer mit Betriebserfahrung, und Italiens gingen mit den Anlagen in den Ruhestand.

Auch die Mehrheiten sind aufschlussreich: 81 zu 51 im Senat und 155 zu 86 in der Kammer sind bequem, aber kein Konsens, und ein Ermaechtigungsgesetz verschiebt die strittigen Entscheidungen - Standorte, Technik, Finanzierung - auf eine spaetere Regierung, die nicht diese sein muss. Am nationalen Programm entscheidet sich, ob daraus etwas wird.