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Cernavoda bleibt abgeschaltet: Donau zu niedrig für den Neustart der Reaktoren

Rumäniens einziges Kernkraftwerk, das sonst etwa ein Fünftel des Stroms im Land liefert, ist drei Monate nach Beginn einer Dürre weiter vom Netz. Nuclearelectrica teilte in einem Update mit, über das World Nuclear News am 30. Oktober berichtete, dass beide Blöcke in Cernavoda abgeschaltet bleiben, weil sich die Donau nicht ausreichend erholt hat.

Der Betreiber trennte Block 1 am 28. Juli vom Netz und verwies auf den „beispiellos niedrigen Stand der Donau infolge schwerer Dürre“. Block 2 folgte am 12. August, als der Fluss am Kraftwerk auf 182 Zentimeter fiel, unter die für den Normalbetrieb nötigen 185 Zentimeter. Die Anlage hat zwei Candu-Reaktoren mit je 650 MWe, kommerziell in Betrieb seit 1996 und 2007.

Das neue Update meldet einen Anstieg um etwa 10 cm im Pumpeneinlaufbecken des Kraftwerks. Nuclearelectrica spricht von einem örtlichen Anstieg, dem noch kein allgemeiner Anstieg im Donaubecken flussaufwärts folgt; nach aktuellen Prognosen würden nicht alle Kriterien erfüllt, um auch nur einen Block wieder anzuschließen. Der Pegel im Einlauf muss mehrere Tage über der Schwelle bleiben und steigen. Vorstandschef Mihai Gioară sagte, das Unternehmen werde vorrangig den Netzanschluss beantragen, sobald dieser Stand erreicht ist.

Das Unternehmen betonte, dass die Anlage über mehrere Kühlsysteme für unterschiedliche Wasserstände verfügt und die nukleare Sicherheit jederzeit gewährleistet ist. Der niedrige Fluss betraf auch das ungarische Kraftwerk Paks, das nach Notbaumaßnahmen Ende August wieder voll lief, sowie Anlagen in Bulgarien, die inzwischen in Betrieb sind.

Cernavoda bleibt abgeschaltet: Donau zu niedrig für den Neustart der Reaktoren
Cernavoda bleibt abgeschaltet: Donau zu niedrig für den Neustart der Reaktoren — Grid Brief

Was das bedeutet

Der Ausfall ist eine Frage des Kühlwassers, kein Reaktorproblem, und sein Ende hängt vom Regen flussaufwärts ab, nicht vom Betreiber. Für Rumäniens Stromsystem fehlt seit dem Sommer ein großer Grundlastblock, ersetzt durch Importe und andere Kraftwerke. Paks zeigt die Alternative: bauliche Maßnahmen, die den Betrieb bei niedrigerem Wasserstand erlauben; diese Option prüft nach eigenen Angaben Bulgarien.

Geschrieben von Victoria Shinder.