Bechtel und TerraPower trennen sich, EPC-Vertrag neu ausgeschrieben
Bechtel und TerraPower gehen beim Natrium-Reaktor im wyomingschen Kemmerer getrennte Wege, und TerraPower will den Vertrag fuer Engineering, Beschaffung und Bau neu ausschreiben. World Nuclear News berichtete ueber die Trennung am 22. September 2026.
Bechtel war bereits 2020 in einem Antrag auf Bundesfoerderung als Partner fuer Auslegung, Genehmigung, Beschaffung und Bau benannt worden. Der erste Spatenstich fuer den natriumgekuehlten schnellen Reaktor mit 345 MWe und seinen Salzschmelzespeicher erfolgte im Juni 2024, der offizielle Baubeginn wurde im April 2026 verkuendet.
Bechtel-Sprecherin Molly Edwards sagte WNN, das Unternehmen bleibe vor Ort, um die Sodium Test and Fill Facility fertigzustellen und einen geordneten Uebergang zu begleiten. Sie zaehlte die bereits geleistete Arbeit auf: die NRC-Baugenehmigung — die erste fuer einen kommerziellen Nicht-Leichtwasserreaktor in den USA — die aeussere Huelle der Sodium Test and Fill Facility, grosse Beschaffungen und die Gruendungsarbeiten fuer Kemmerer Unit 1. "Bei der Betrachtung der naechsten Projektphase haben Bechtel und TerraPower entschieden, getrennt weiterzugehen."
Oeffentlich wurde die Trennung ueber eine WARN-Meldung Bechtels an den Staat Virginia mit rund 200 betroffenen Stellen; der Abbau soll etwa am 16. November beginnen. Edwards zufolge wechseln die Beschaeftigten in andere Nuklearprojekte, tatsaechliche Entlassungen erwarte man nicht. TerraPower erklaert, der Bau halte seinen Zeitplan und die Aenderung wirke sich nicht darauf aus; Ende August waehlte das Unternehmen zwoelf Ausruestungslieferanten aus.

Was das bedeutet
Den EPC-Auftragnehmer bei einem Erstprojekt dieser Art zwischen Gruendungsphase und Vollbau zu wechseln, ist kein Routinevorgang, ungeachtet aller Zeitplanzusagen. Der neu auszuschreibende Vertrag traegt das Integrationsrisiko, und die Partei, die ihn hielt, besitzt das angesammelte Baustellenwissen.
Beide Aussagen lohnen genaues Lesen. Bechtel beschreibt die geleistete Arbeit als in einer frueheren Phase vor dem vollen EPC-Umfang erbracht — das heisst, ueber die entscheidende Phase wurde man sich nie einig. TerraPowers Zuversicht stuetzt sich auf bereits vor Ort taetige Subunternehmer und EPC-Unterstuetzungsleistungen. Beides kann zugleich zutreffen; die Probe ist die Neuausschreibung: wer bietet, zu welchen Bedingungen und wie lange es dauert.