Norwegen: Kleine Solaranlagen sollen per Meldung ans Netz dürfen
Die norwegische Energieregulierungsbehörde NVE schlägt ein einfacheres Anschlussverfahren für kleine erneuerbare Erzeuger wie Dach-Solaranlagen vor, berichtet pv magazine. Die Änderung richtet sich an bestehende Netzkunden in Niederspannungs-Verteilnetzen; NVE nennt sie „melden und installieren“.
Nach dem Vorschlag informiert ein Kunde oder Installateur den Netzbetreiber über eine geplante Anlage. Der Netzbetreiber prüft, ob der Anschluss betrieblich unbedenklich ist, und hat einen Monat Zeit, schriftlich Bedenken anzumelden. Meldet er sich in dieser Frist nicht, darf der Kunde die Anlage installieren und nutzen, und die Genehmigung gilt als erteilt.
Das Verfahren soll für Anlagen bis 6 kW bei einphasigem und bis 11 kW bei dreiphasigem Anschluss gelten. Die Grenze gilt pro Messpunkt, auch wenn sich mehrere Endnutzer einen Anschluss teilen, etwa in Mehrfamilienhäusern. Laut NVE-Abteilungsleiter Torfinn Jonassen decken die Schwellen die meisten typischen Haushaltsanlagen ab und begrenzen zugleich das Risiko von Spannungsproblemen im Netz. Ziel sei, lokale erneuerbare Erzeugung einfacher und planbarer zu machen, ohne Versorgungsqualität oder Netzbetrieb zu beeinträchtigen.
Ein Konsultationsdokument ist bis 20. November für Stellungnahmen offen.
Der Vorschlag kommt, während Norwegens Solarmarkt schwächelt. Das Land hat in diesem Monat 1 GW installierte Solarleistung überschritten, in den ersten sieben Monaten 2026 aber nur 43 MW zugebaut – das langsamste Wachstum seit 2021. Analysten führen den Rückgang vor allem auf private Anlagen zurück, die fast zum Stillstand gekommen sind, seit Norgepris, ein fester Strompreis für Haushalte, die Amortisation weitgehend beseitigt hat. Das Parlament hat eine Studie zu einem garantierten Mindestpreis für eingespeisten Solarstrom von Gebäuden in Auftrag gegeben.

Warum das wichtig ist
Schnellere Formalitäten beseitigen ein Hindernis, das von Analysten genannte ist aber wirtschaftlich. Eine fingierte Genehmigung nach einem Monat hilft Installateuren bei der Planung; ob Haushalte zurückkehren, hängt von der Studie zum Einspeisepreis ab.