US-Bestellungen für Windturbinen erreichten im zweiten Quartal 2,8 GW vor der Steuerfrist
Die Bestellungen für Windturbinen in den USA erreichten im zweiten Quartal 2026 2,8 GW, weil Entwickler vor den Steuerfristen am 4. Juli mit dem Bau beginnen wollten — so ein Bericht von Wood Mackenzie vom 26. Oktober, über den Utility Dive berichtet. Installiert wurden im Quartal rund 5 GW Onshore-Wind, der Großteil im 3,65-GW-Projekt SunZia in New Mexico, dem bislang größten des Landes.
Der One Big Beautiful Bill Act hat die Fristen für Wind- und Solarprojekte vorgezogen, um die Steuergutschriften 45Y (Produktion) und 48E (Investition) zu erhalten. Projekte mit Baubeginn bis 4. Juli müssen bis 31. Dezember 2030 in Betrieb gehen, verpasste Projekte bis 31. Dezember 2027.
Wood Mackenzie sieht die Branche weiter auf Kurs für 39 GW neue Onshore-Leistung bis 2030; mehr als die Hälfte der Pipeline 2026–2028 sei bereits in Betrieb oder im Bau. Die Prognose für Repowering sank gegenüber dem Vorquartal um 1 GW, weil weniger Ausrüstungsbestellungen dafür eingingen als erwartet. Offshore-Wind ist auf 5 GW in den nächsten zwei Jahren begrenzt, was das Haus ungünstiger Politik zuschreibt, darunter der Pause neuer Offshore-Pachtauktionen des Bundes.

Was das bedeutet
Die Bestellzahl ist ein Fristeffekt, kein Nachfragesignal: Entwickler kauften Turbinen, um die Förderfähigkeit zu sichern. Der eigentliche Test für die 39 GW ist das Bau-Fenster 2027–2030, in dem qualifizierte Projekte tatsächlich fertig werden müssen. Für Turbinenhersteller folgt auf einen Bestellberg vor einer Frist meist ein dünneres Auftragsbuch.