Tokio Marines TMGX: Geteilte Netzanschlüsse bündeln Milliardenrisiken bei Batteriespeichern
Solar- und Speicherprojekte am selben Standort, die sich einen Einspeisepunkt teilen, bündeln versicherte Erlöse an einzelnen Orten. Das sagt Olly Litterick, Leiter Erneuerbare bei TMGX, der 2025 gegründeten Versicherungseinheit des japanischen Konzerns Tokio Marine für die grüne Transformation. Im Gespräch mit ESS News, veröffentlicht von pv magazine am 2. Oktober, sagte er, an solchen Standorten lägen inzwischen Risiken von Hunderten Millionen oder sogar Milliarden Dollar, wo sich mehrere Versicherte einen Netzanschluss teilen.
Warum das Teilen den Versicherer betrifft. TMGX deckt Sachschäden und den daraus folgenden Erlösausfall. Fällt ein Transformator oder der gemeinsame Einspeisepunkt aus, verdient jedes Projekt dahinter gleichzeitig nichts mehr, und die Schäden kommen zusammen. TMGX führt bei einem großen Teil seines Bestands und legt die Bedingungen fest, denen andere Versicherer mit zusätzlicher Kapazität folgen. Die Aufgabe sei, diese Kumulierung zu steuern, während die Projekte fast monatlich größer würden. Der Makler Marsh schreibt in Hinweisen auf seiner Website, Versicherer bräuchten ausreichenden Abstand zwischen Batteriemodulen und Transformatoren oder Umspannwerken; entscheidend sei, einzelne Fehlerquellen zu vermeiden, um Rückwirkungsschäden zu verhindern. Einige Versicherer, darunter AXIS, bieten Deckung für Ertragsausfälle, wenn das erste Umspannwerk beschädigt wird, das dem Projekt nicht selbst gehört.
Ein junger Bestand. TMGX baut auf GCube auf, dem Erneuerbaren-Versicherer, den Tokio Marine 2020 übernahm. Die versicherte Beteiligung an Batteriespeichern liegt bei etwa 8 GW – eine Zahl, die laut Litterick wohl schon leicht veraltet ist, weil der Bestand so schnell wächst. Das meiste ist noch im Bau, und Großspeicher sind erst seit drei bis fünf Jahren verbreitet; die Schadenshistorie ist also dünn. Thermisches Durchgehen bleibt der wichtigste Treiber der Schätzungen zum wahrscheinlichen Höchstschaden, weshalb der Abstand zwischen den Einheiten im Zentrum der Prüfung steht. GCube berichtete 2024, dass mehr als die Hälfte der Batterieausfälle in den ersten beiden Betriebsjahren auftritt.
Die Lücke bei Cyberrisiken. Normale Sachversicherungen schließen Cyberangriffe weitgehend aus; umfassender Cyberschutz wird meist separat auf einem Spezialmarkt gekauft. Projektfinanzierer verlangten bisher Sach-, Naturkatastrophen- und Maschinenbruchdeckung. Laut Litterick bestehen manche inzwischen auch auf Cyberschutz, das sei aber noch selten; TMGX entwickle angesichts wachsender Nachfrage ein breiteres Produkt.

Was das bedeutet
Einen Netzanschluss zu hybridisieren ist der günstigste Weg, Batterien zuzubauen, und genau das tun Entwickler in Europa und den USA. Es macht aber auch einen einzigen Transformator zur gemeinsamen Fehlerquelle. Wenn Versicherer diese Konzentration einpreisen, wird der billigste Anschluss teurer – und Abstände, Redundanz und Cyberschutz tauchen in Finanzierungsbedingungen auf statt nur in technischen Gutachten.