Europas PPA-Preise steigen im September um 5 Prozent, mehr Abschlüsse
Die Preise für Stromabnahmeverträge in Europa sind im September 2026 um 5 Prozent gestiegen. Das zeigen die Monatsdaten der Schweizer Beratung Pexapark, über die pv magazine am 13. Oktober berichtete. Der EURO Composite Index folgte höheren Strom-Terminpreisen in den meisten Märkten; steigende Gaspreise hoben die fairen PPA-Werte, ein Teil der Bewegung geht auf Kalibrierungen zurück.
Nach Ländern. Den stärksten Anstieg verzeichnete Großbritannien mit 10,9 Prozent, vor Italien und Polen (je 6,9 Prozent), den nordischen Ländern (4,3 Prozent) und den Niederlanden (4,1 Prozent). Deutschland legte um 3,6 Prozent zu, Frankreich um 3,1 Prozent. Die Ausnahme war die Iberische Halbinsel: minus 3,5 Prozent in Spanien, minus 1,4 Prozent in Portugal. Für Dänemark kalibrierte Pexapark die Werte neu, weil Käufer höhere Risikoabschläge ansetzen; das senkte zehnjährige Baseload-Werte für Verträge ab 2028 um rund 5 €/MWh, eine nach oben korrigierte Capture-Kurve glich den Effekt bei Pay-as-produced-Verträgen teilweise aus. In Polen erhöhte eine neue stündliche Terminkurve den Zusatzwert von Solar-PPAs mit Batteriespeicher.
Abschlüsse. Nach dem Sommer zog das Geschäft wieder an: 25 Verträge mit rund 1,2 GW wurden im September bekannt, nach 14 Verträgen mit 335 MW im August. Unternehmen als Käufer stellten 21 Abschlüsse mit fast 1,1 GW, also 92 Prozent der Kapazität. Zu den größten gehörten Googles 22-jähriger Vertrag über 507 MW zur Laufzeitverlängerung des finnischen Kernkraftwerks Loviisa und Amazons virtuelles PPA über 156 MW im Agri-PV-Projekt Big Fish auf Sizilien. Wind an Land (281 MW) lag knapp vor Solar (276 MW); Solar mit Speicher kam auf weitere 167 MW. Italien führte nach Zahl der Abschlüsse mit sieben.

Flexibilitätsverträge. Schneller wuchsen flexible Lieferverträge: 16 Abschlüsse mit etwa 2,1 GW und 4,7 GWh, mehr als doppelt so viel wie im August mit 869 MW und 2,4 GWh. Vier Tolling-Verträge machten 925 MW aus, darunter ein zehnjähriger Vertrag über 400 MW zwischen Statkraft und Greenvolt, der als erster seiner Art in Polen gilt. Strukturen mit Erlösuntergrenze und Gewinnbeteiligung umfassten 548 MW, reine Merchant-Modelle mit Erlösteilung nur 80 MW – pv magazine liest das als Vorliebe für abgesicherte Erlöse. Drei hybride PPAs wurden angekündigt, so viele wie noch nie in einem Monat; das dritte Quartal war ein Rekord für solche Strukturen.
Die Zahlen stammen von Pexapark und beruhen auf öffentlich bekannt gegebenen Abschlüssen; nicht veröffentlichte Verträge fehlen darin.
Quelle: pv magazine, „European PPA prices rise 5% in September“ (Daten von Pexapark) — https://www.pv-magazine.com/2026/10/13/european-ppa-prices-rise-5-in-september/