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FERC lehnt Kostenplan von TransAlta für das Kraftwerk Centralia ab

Die US-Regulierungsbehörde FERC hat den Plan von TransAlta abgelehnt, die Kosten für das Bereithalten des Kohlekraftwerks Centralia im Bundesstaat Washington unter Notfallanordnungen des Energieministeriums (DOE) umzulegen. Das berichtet Utility Dive; die Entscheidung fiel am 1. Oktober.

Der 730-MW-Block sollte Ende 2025 stillgelegt werden. Mitte Dezember ordnete das DOE gegenüber dem Unternehmen aus Calgary nach Abschnitt 202(c) des Federal Power Act an, ihn 90 Tage verfügbar zu halten, und hat die Anordnung seither verlängert, zuletzt am 11. September. TransAlta wollte für die erste 90-Tage-Anordnung 19,9 Mio. Dollar erstattet bekommen und rechnete mit weiteren 23 Mio. Dollar für Reparaturen, um den Block einsatzbereit zu halten.

Das Problem war die Geografie. Laut FERC griff der Plan zu weit, etwa mit Kostenanteilen für den kalifornischen Netzbetreiber CAISO und den Southwest Power Pool. Das DOE hatte seine Anordnung mit der Winterbewertung 2025/26 der North American Electric Reliability Corporation begründet, die für das Gebiet Nordwest – Montana, Oregon, Washington sowie Teile Nordkaliforniens und Nord-Idahos – ein erhöhtes Risiko bei Extremwetter sah. Ein überarbeiteter Plan dürfe nur Versorger in diesem Gebiet belasten, so FERC.

Einen Anspruch hat TransAlta aber. Gegner, darunter die Bonneville Power Administration, CAISO, SPP, Snohomish County PUD, weitere öffentliche Versorger und der Staat Washington, argumentierten, ohne Betrieb stehe keine Vergütung zu. Nach Daten der Energy Information Administration, die Utility Dive zitiert, hat der Block in diesem Jahr bis Juli keinen Strom erzeugt. FERC sah das anders: Die Formulierung der Anordnungen, Centralia „gelte nicht als Kapazitätsressource“, hindere die Behörde nicht daran, die Kosten des Bereithaltens zu vergüten.

Der Fall gehört zu einer Serie. Seit Mai 2025 hat das DOE mit 202(c)-Anordnungen Blöcke in sieben Kraftwerken vor der Stilllegung bewahrt, alle bis auf eines mit Kohle befeuert. Ein Bundesberufungsgericht hob im vergangenen Monat die erste dieser Anordnungen für das Kraftwerk Campbell von Consumers Energy in Michigan auf, weil das Ministerium „Notfall“ zu weit ausgelegt habe; seither hat das DOE Anordnungen für Blöcke mehrerer anderer Versorger erneuert. Der Sierra Club beziffert die Kosten der 202(c)-Anordnungen auf rund 583 Mio. Dollar. TransAlta plant, Centralia für rund 600 Mio. Dollar bis zur zweiten Hälfte 2028 auf Erdgas umzustellen und den Strom über 16 Jahre an Puget Sound Energy zu verkaufen.

FERC lehnt Kostenplan von TransAlta für das Kraftwerk Centralia ab
FERC lehnt Kostenplan von TransAlta für das Kraftwerk Centralia ab — Grid Brief

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung trennt zwei Fragen, die die Notfallanordnungen vermischen: ob ein Kraftwerk für das Bereitstehen bezahlt werden muss und wer zahlt. Die Antwort – ja, aber nur Kunden in der Region, die die Zuverlässigkeitsbewertung nennt – ist eine Vorlage für die übrigen 202(c)-Blöcke. Für Versorger im Nordwesten ist die Rechnung für ein Kraftwerk, das dieses Jahr nichts erzeugt hat, nun ihr Streitfall.