Estland verhängt 16.000 Euro gegen Futugrid wegen Scheingebots – erster REMIT-Manipulationsfall
Die EU-Regulierungsagentur ACER hat am 14. Oktober 2026 gemeldet, dass die estnische Wettbewerbsbehörde (Konkurentsiamet) gegen Futugrid Technologies OÜ eine Geldbuße von 16.000 Euro wegen Manipulation des Regelenergiemarkts verhängt hat. Es ist die erste Entscheidung der Behörde zu Marktmanipulation nach REMIT (Artikel 5); sie ist noch anfechtbar.
Die Verpflichtung. Am 31. März 2025 bot Futugrid Kapazität auf dem baltischen Regelleistungsmarkt an, auf dem Anbieter dafür bezahlt werden, für den späteren Regelenergiemarkt verfügbar zu bleiben. Das Angebot wurde angenommen; damit musste Futugrid für die Lieferung am 1. April 2025 ein entsprechendes Energiegebot abgeben.
Das Gebot. Futugrid bot 1 MW negative Regelenergie – genutzt bei Stromüberschuss im Netz – in der manuellen Frequenzwiederherstellungsreserve (mFRR) für die Zeiteinheit 12:00–12:15 Uhr am 1. April an. Den Preis setzte das Unternehmen auf -9.999 €/MWh, um nicht aktiviert zu werden. Das Gebot wurde dennoch aktiviert und bestimmte direkt den Grenzpreis für Regelenergie in diesem Zeitraum.

Die Bewertung. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass das Gebot nicht ernst gemeint war: Futugrid habe es so bepreist, dass eine Aktivierung ausbleibt, die Pflicht formal aber erfüllt ist. Laut ACER sendete das Gebot ein irreführendes Signal an den Markt und beeinflusste die Preisbildung unmittelbar – Marktmanipulation im Sinne von REMIT. REMIT verbietet falsche oder irreführende Signale, um Integrität und Transparenz der EU-Großhandelsmärkte für Energie zu schützen.
ACER verweist auf die estnischsprachige Pressemitteilung der Behörde und auf seine Übersicht der REMIT-Sanktionen nationaler Regulierer.
Quelle: ACER, „REMIT breach: Estonian Competition Authority fines Futugrid for manipulating the electricity market“ — https://www.acer.europa.eu/news/remit-breach-estonian-competition-authority-fines-futugrid-manipulating-electricity-market