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DOE bei FERC: PJM soll Altkunden die Kosten der Rechenzentren ersparen

Das US-Energieministerium (DOE) hat am 7. Oktober bei der Federal Energy Regulatory Commission eine Stellungnahme („statement of position“) eingereicht und PJM Interconnection aufgefordert, seine Reserve-Notbeschaffung so zu überarbeiten, dass die Kosten für Rechenzentren und andere Großverbraucher nicht auf bestehende Kunden abgewälzt werden. Laut Utility Dive ist es offenbar die erste solche Eingabe des DOE bei der FERC seit mindestens fünf Jahren.

Der Hintergrund. PJM, Netzbetreiber für 13 Bundesstaaten im mittleren Atlantik und Mittleren Westen sowie Washington, D.C., verfehlte in den letzten beiden Kapazitätsauktionen seine Reserveziele, vor allem wegen prognostizierter Rechenzentrumsnachfrage. Der Notbeschaffungsplan soll 6,8 GW neue Kapazität für das Lieferjahr 2028/29 beschaffen. Er sollte am 30. September starten, wurde aber in letzter Minute gestoppt, als die FERC Teile — Kostenaufteilung, Austrittsregeln für Übertragungsnetzbetreiber, Sicherheiten der Versorger — für möglicherweise ungerecht und unangemessen erklärte und ein Anhörungsverfahren bis Februar ansetzte.

Was das DOE verlangt. Das Ministerium stützte die FERC-Anordnung, besonders bei den Kosten, und berief sich auf das Ratepayer Protection Pledge, wonach Großverbraucher und nicht Haushalte oder andere Unternehmen die von ihnen benötigte Erzeugung und Infrastruktur bezahlen müssen. Zu den Unterzeichnern im PJM-Gebiet gehören AEP, AES, CenterPoint, Dominion, Exelon, FirstEnergy und PPL. Konkret will das DOE eine Kostenaufteilung nach aktualisierten Lastprognosen und eine Nachverfolgung jedes Großprojekts — ob es in Betrieb geht, sich verzögert, schrumpft oder abgesagt wird —, damit die Kosten bei den Verursachern landen. Ohne Daten auf Projektebene, so das DOE, könne PJM Basisprognose und Lastanpassungen nicht abgleichen, Doppelzählungen nicht vermeiden und das Ziel nicht senken, wenn die prognostizierte Last ausbleibt.

DOE bei FERC: PJM soll Altkunden die Kosten der Rechenzentren ersparen
DOE bei FERC: PJM soll Altkunden die Kosten der Rechenzentren ersparen — Grid Brief

Was PJM tut. Statt die Anhörung abzuwarten, will PJM laut Utility Dive bis zum 29. Oktober einen überarbeiteten Plan einreichen, nach einer Sondersitzung des Members Committee am 22. Oktober und einer Sitzung des Ausschusses der Übertragungsnetzbetreiber.

Warum das wichtig ist. Gestritten wird nicht mehr darüber, ob PJM Kapazität braucht, sondern wer das Risiko trägt, dass die prognostizierte Nachfrage nie kommt. Akzeptiert die FERC eine prognosebasierte Aufteilung mit Projektverfolgung, tragen Rechenzentrumsentwickler mehr davon — und die Qualität von PJMs Großlastdaten wird selbst zum Preisfaktor.

Quelle: Utility Dive, „DOE presses PJM on ratepayer protections from large load costs“, 8. Oktober 2026 — https://www.utilitydive.com/news/doe-pjm-ferc-ratepayer-protection-large-load-data-center/832479/

Geschrieben von Victoria Shinder.