NESO steuerte bei den Stürmen Austen und Boelo bis zu 4,9 GW Windleistung
Der britische Netzbetreiber NESO meldet, dass das nationale Stromsystem während der Stürme Austen und Boelo, die am Wochenende vor seinem Bericht vom 26. Oktober über das Land zogen, sicher blieb, mit ausreichenden Reserven. Sturm Boelo brachte in exponierten Lagen Böen über 80 Meilen pro Stunde. Die Nachfrage überstieg 33 GW, Übertragungsleitungen fielen wiederholt sturmbedingt aus, und auf den Äußeren Hebriden verzögerte das anhaltende Wetter die Wiederherstellung.
Laut NESO mussten zeitweise bis zu 4,9 GW Windleistung aktiv gesteuert werden, um das System sicher zu halten; zusätzlich wurde Erzeugung vorgezogen, um Stabilität zu sichern. In Nordschottland erkannte der Betreiber eine mögliche Flexibilitätslücke von 70 MW und gab eine lokale Meldung zur negativen Reserve (Localised Negative Reserve Active Power Margin, NRAPM) heraus, mit der Erzeuger in diesem Netzteil um mehr Flexibilität gebeten werden; sie stellten sie bereit. Außerdem erhielt ein Kraftwerk eine Notanweisung über 50 MW zum Ausgleich des Systems.
NESO trennt das nationale Bild vom lokalen: Stromausfälle und Überschwemmungen trafen Gemeinden, und Verteilnetzteams reparierten zum Zeitpunkt des Berichts noch Anlagen und stellten Versorgung wieder her.

Was das bedeutet
Die Zahlen zeigen, wo ein Sturm ein windreiches System belastet: nicht beim Gesamtangebot, sondern bei der Fähigkeit, Erzeugung am richtigen Ort herunterzufahren, wenn Leitungen ausfallen. 70 MW sind national wenig und lokal entscheidend — deshalb eine lokale statt einer systemweiten Meldung. „Sicher“ beschreibt hier das Übertragungsnetz; es heißt nicht, dass alle Kunden Strom hatten.