NESOs neue Regelplattform lieferte 44 und 54 Prozent des Plans, Azure-Umzug bremste
Der britische Systembetreiber NESO hat den Abschlussbericht zu den Lieferinkrementen DI24 und DI25 seiner Open Balancing Platform (OBP) veröffentlicht – des Systems, auf das die Leitwarte von den alten Regelwerkzeugen umzieht. Der Bericht deckt den Zeitraum vom 22. April bis 14. Juli 2026 ab.
Die Zahlen. Zu Beginn von DI24 hatte sich das Programm auf 68 Funktionen und Grundlagen verpflichtet und 30 abgeschlossen, also 44 Prozent des Plans. Für DI25 waren es 59 zugesagte und 32 erledigte, 54 Prozent. Beide liegen unter dem eigenen Planbarkeitsziel von mindestens 80 Prozent. NESO berichtet beide Inkremente gemeinsam, weil ein großer Teil von DI24 nach DI25 übertragen wurde.
Warum. Der Bericht nennt eine Hauptursache: den Umzug der Testumgebungen von National Grid in NESOs eigene Azure-Umgebung, der Arbeiten am Weg durch Tests in die Produktion hinderte. Er verschob auch das Ziel einer P1-fähigen Plattform vom 31. Juli auf den 31. August 2026, weil Failover-Szenarien nicht rechtzeitig getestet werden konnten. Zehn in DI25 nicht fertige Funktionen wurden früh in DI26 abgeschlossen, nachdem einige blockierende Fehler behoben waren.

Was live ging. Die Funktionen für die Grid-Code-Änderung GC0166 sind in der Leitwarte angekommen; Marktteilnehmer können die neuen Batterieparameter MDO und MDB übermitteln. Die Anbindung an das Prognosesystem PEF erreichte ihren Ofgem-Meilenstein und läuft in Produktion. Reservemengen sind nun innerhalb der Optimierung geschützt, sodass die Leitwarte effizient einsetzen und zugleich die nötige Reserve halten kann; der Einsatz von MVAR- und Spannungsanweisungen wurde ausgeliefert und für Schulungen bereitgestellt. Schnellstart und editierbare Startzeiten für Pumpspeicher sind live.
Was nicht. Während der beiden Inkremente schlossen keine weiteren Teilnehmer die Markttests für den EDL/EDT-Übergang auf OBP ab; laut NESO lief die Abstimmung weiter, und Netzänderungen sollen mehr Tests ermöglichen. Pumpspeicher-Benachrichtigungen und eine Power-available-Funktion für Wind fehlten in einem der Dispatch-Ziele.
Warum es zählt. Laut Bericht sollen die Altsysteme in diesem Geschäftsjahr nur noch lesbar werden, OBP muss also den gesamten Dispatch tragen. Das Tempo solcher Inkremente entscheidet, wann dieser Wechsel sicher möglich ist.
Quelle: NESO, „Balancing Programme: OBP Delivery Increment (DI) 24-25 Closure Report“ — https://www.neso.energy/balancing-programme-di-closure-report-24-25