NESO legt sechs PwC-Prüfberichte zum Raumenergieplan offen – das Modell war ausgenommen
Der britische Systembetreiber National Energy System Operator (NESO) hat die Informationsanfrage FOI-26-208 am 8. Oktober beantwortet und sechs PwC-Berichte zur Qualitätssicherung des Strategic Spatial Energy Plan (SSEP) veröffentlicht – des Plans, der festlegen soll, wo neue Erzeugung, Speicher und Netze entstehen. Gefragt hatte der Antragsteller, wie der Wert von Naturkapital in die Raumplanung eingeht. NESO grenzte die Anfrage im Einvernehmen auf PwCs Arbeit zum SSEP und zu dessen Übereinstimmung mit dem Green Book des Finanzministeriums ein und behandelte sie nach den Environmental Information Regulations.
Was offengelegt wurde. Das Antwortschreiben nennt: eine Methodenprüfung zum SSEP (final, 30. Mai 2025), einen Auszug aus einer Lückenanalyse mit Fahrplan (Juni 2025), eine Prüfung des Programmmanagements (Juni 2025), zwei Maßnahmenberichte aus PwCs Prüfungen des SSEP-Ansatzes und der Datenkontrollen (final, Juni 2026) sowie eine Prüfung des Assurance-Rahmens (final, Juli 2026). Namen und Funktionen von NESO-Beschäftigten sind geschwärzt. Drei Entwürfe hält NESO als unfertige Dokumente zurück, darunter eine Prüfung des Pathway Options Report vom August 2026, von der es bei Eingang der Anfrage laut NESO keine Endfassung gab.
Was PwC verlangt. Der Bericht zu den Datenkontrollen ordnet die Maßnahmen vier Themen zu. Erstens die Eingangsdaten des Energieministeriums (DESNZ): Transparenz darüber herstellen, wie DESNZ Daten und Annahmen erzeugt, und die Zuständigkeit dafür formal festlegen, damit Versionen nachvollziehbar sind und NESO externer Kritik begegnen kann. Zweitens die Dokumentation: einen formalen Nachweis führen, wie DESNZ-Daten geprüft und verwendet wurden, und die Risikoverfolgung von Economic Modelling Inputs Database und Assumptions Log zu einer Sicht zusammenführen. Drittens die Steuerung der Annahmen: jeder Annahme einen Freigeber und ein Prüfdatum geben, Freigaben nach Risiko und Wirkung staffeln und für Hochrisiko-Annahmen eine zusätzliche interne Prüfebene einziehen. Viertens die Qualitätssicherung der Modellierung: mehr automatisierte Prüfungen, Stichproben neben groben Plausibilitätschecks, Arbeitsanweisungen, die der tatsächlichen Praxis entsprechen, und benannte Verantwortliche für zentrale Kontrollen.

Was nicht geprüft wurde. Die Berichte nennen ihre Grenzen offen. PwC hat Eingaben, Algorithmen, Berechnungen und Ergebnisse des Plexos-Modells, das die Pfade erzeugt, nicht geprüft, die Übereinstimmung mit dem Green Book nicht förmlich bewertet und die Umsetzung der Maßnahmen nicht verifiziert – steht dort Complete, ist das NESOs eigene Einschätzung. Zudem habe PwC die Verlässlichkeit der genutzten NESO-Quellen nicht überprüft.
Warum das zählt. Der SSEP soll lenken, wo das Energiesystem gebaut wird. Die Dokumente zeigen ein Programm, dem gesagt wird, seine Annahmen nachvollziehbar und mit klarer Zuständigkeit zu führen – vor der Veröffentlichung eines Plans billiger umzusetzen als danach. Sie zeigen aber niemanden außerhalb von NESO, der die Zahlen des Modells nachrechnet. Wer sich auf SSEP-Ergebnisse stützt, sollte diesen Unterschied im Blick behalten: Geprüft wurde bisher der Prozess, nicht das Ergebnis.
Quelle: NESO, FOI-26-208, External assurance for SSEP, Antwort vom 8. Oktober 2026 — https://www.neso.energy/foi-26-208-external-assurance-ssep-8-october-2026