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NESO erklärt zwei Notfallhilfe-Anfragen: Engpässe im Netz, kein Strommangel

Der britische National Energy System Operator (NESO) hat am 14. Oktober 2026 zwei Anfragen auf Notfallhilfe (Emergency Assistance) aus der Vorwoche erläutert. Kernaussage: Großbritannien ging der Strom nicht aus – Engpässe im Übertragungsnetz verhinderten, dass verfügbare Leistung den Süden erreichte.

Was Notfallhilfe ist. NESO beschreibt sie als etabliertes, vorsorgliches Instrument der eigenen Leitwarte und anderer Netzbetreiber für Lagen, die angespannter sind als erwartet. Sie bedeute weder, dass Versorgung verloren ging, noch dass Kunden unmittelbar Ausfälle drohten. NESO betont außerdem, keine Kraftwerke, Übertragungsleitungen oder Interkonnektoren zu besitzen und das System mit der jeweils verfügbaren Kapazität zu betreiben.

Freitag. NESO erwartete nach eigenen Angaben einen Rückgang der Nettoimporte um rund 700 MW: Exporte verringerten die Leistung im Süden um 1.200 MW, während Importe im Norden um etwa 500 MW stiegen. Im Süden fehlten damit rund 400 MW, und Netzengpässe verhinderten, genug Strom aus dem Norden dorthin zu bringen. Die Leitwarte rief alle Erzeugung ab, die der Markt in der betroffenen Region bereitstellen konnte – rund 400 MW aus Kraftwerken und Batterien bei voller Leistung. Dann sank die Windeinspeisung schnell, um etwa 20 MW pro Minute, und die Netzfrequenz fiel tiefer, als NESO lieb war, blieb aber über dem gesetzlichen Grenzwert. Die Leitwarte fuhr Teile des Netzes vorübergehend über den üblichen Engpassgrenzen und bewertete sie laufend neu; zudem bat sie Frankreich um Notfallhilfe, was im Süden zusätzliche Leistung brachte, die Frequenz stabilisierte und die Flüsse über den Engpass senkte.

NESO erklärt zwei Notfallhilfe-Anfragen: Engpässe im Netz, kein Strommangel
NESO erklärt zwei Notfallhilfe-Anfragen: Engpässe im Netz, kein Strommangel — Grid Brief

Montag. Diesmal lag das Problem im Netz selbst. Übertragungsanlagen im Südosten, die wieder in Betrieb gehen sollten, blieben laut NESO außerhalb ihres Einflussbereichs außer Betrieb; dadurch konnte weniger Strom in die Region fließen. Erzeugung war anderswo verfügbar, erreichte London und Umgebung aber nicht in ausreichendem Maß. NESO forderte Notfallhilfe über einen Interkonnektor an, zunächst 700 MW; als die Nachfrage stieg und der Engpass anhielt, waren weitere 500 MW nötig, damit die Übertragungsanlagen im normalen Betriebsbereich blieben – insgesamt 1.200 MW.

NESO bezeichnet solche Anfragen als relativ selten – und gerade deshalb als wertvolles Instrument.

Quelle: NESO, Erläuterung zu den Notfallhilfe-Anfragen — https://www.neso.energy/news/emergency-assistance-what-it-and-why-we-used-it-over-last-week