Exelons Klimafonds nimmt eine Minderheitsbeteiligung an einer KI-Firma fuer Netzplanung
Der Klima-Investmentarm von Exelon ist Minderheitsgesellschafter von Continuum Industries geworden, einem Unternehmen, das kuenstliche Intelligenz auf die Planung von Infrastruktur und Uebertragungsnetzen anwendet. Bekannt gegeben wurde das in einer Mitteilung vom 16. September; Continuum kommt damit in Portfolio und Kohorte der Climate Change Investment Initiative des Versorgers.
Der Fonds, bekannt als 2c2i, nennt keine Investitionsbetraege. Utility Dive berichtet, er beteilige sich ueblicherweise mit mindestens 100.000 und bis zu 300.000 Dollar, um Finanzierungsluecken bei Unternehmen seiner Kohorte zu schliessen. Eine Fuehrungskraft von Exelon ordnete das Interesse am eigenen Bauprogramm ein: Technologien, die dem Versorger helfen, Infrastruktur effizienter zu errichten, seien ein Feld, das man sich ansehe.

Was das bedeutet
Die aufschlussreichste Angabe ist die Groesse des Schecks, und sie liest sich leicht als Enttaeuschung. Hundert- bis dreihunderttausend Dollar sind keine Finanzierungsrunde; das entspricht ungefaehr den Jahreskosten eines Netzingenieurs. Doch 2c2i will das Unternehmen nicht besitzen. Eine Kohortenbeteiligung dieser Groesse kauft eine Beziehung und einen Pilotversuch mit einem der groessten boersennotierten Versorger der Vereinigten Staaten — und fuer eine Planungssoftware-Firma ist dieser Zugang erheblich mehr wert als das Kapital.
Bemerkenswert ist ueberhaupt erst der Gegenstand. Netzplanung ist der Schritt, in dem die Jahre tatsaechlich verschwinden: Trassenfuehrung, Grundstuecke, Umweltpruefung, Beteiligung. Es ist zugleich der Schritt, den Automatisierung am wenigsten beruehrt hat, weil die Auflagen jeder Rechtsordnung andere sind und die Daten ueber Formate verstreut liegen, auf die sich niemand geeinigt hat. Software, die Trassenvarianten vergleichbar macht, verkuerzt kein Genehmigungsverfahren, veraendert aber, wie viele Varianten ein Planer pruefen kann, bevor er sich festlegt.
Offen bleibt, ob das in der noetigen Groessenordnung zaehlt. Liegt die bindende Schranke im Regulatorischen und nicht in der Analyse — und die Erfahrung der diesjaehrigen Anschlusswarteschlangen legt genau das nahe —, dann verbessern bessere Planungswerkzeuge die Qualitaet des Antrags, ohne den Termin zu bewegen. Woran der Pilotversuch tatsaechlich gemessen wird, ist die Frage, die man im Auge behalten sollte.