Brasiliens Netz kann für die Kapazitätsauktionen im Dezember rund 56 GW Batterien anschließen
Das brasilianische Übertragungsnetz hat rund 56 GW freie Anschlusskapazität für Batteriespeicher, die an den für den 2. und 4. Dezember geplanten Auktionen für Kapazitätsreserven teilnehmen. Das ergibt eine Berechnung des brasilianischen Verbands für Speicherlösungen Absae, über die pv magazine am 3. Oktober berichtete. Grundlage ist die technische Notiz 0095/2026 des nationalen Netzbetreibers ONS vom 30. September, die misst, wie viel Speicher jeder Netzpunkt noch aufnehmen kann.
Im Vergleich zum Bedarf. Absae schätzt die Versorgungslücke Brasiliens für 2028 bis 2030 auf 4,5 bis 10 GW; die freie Kapazität ist also das 5,6- bis 12,5-Fache. Es handelt sich um Prognosen des Verbands, nicht um die Nachfrage der Auktion.
Wo der Platz ist. Eine Verordnung des Ministeriums für Bergbau und Energie, Nr. 136/2026, hat 129 Umspannwerke für eine bevorzugte Behandlung bestimmt. Projekte dort erhalten einen Bonus von 10 Prozent auf ihren Rangpreis, damit Batterien an Orte kommen, an denen sie zugleich das Netz stützen. Nach Absae haben 93 dieser 129 noch Anschlusskapazität, zusammen etwa 13,7 GW – das übersteigt schon allein die obere Grenze der geschätzten Lücke. Sie liegen vor allem in Bahia, Piauí und Ceará sowie im Norden von Minas Gerais, mit einzelnen Blöcken von bis zu etwa 3,7 GW. Manche Standorte haben wenig oder geteilte Kapazität, andere keine, wegen Platzmangels, Kurzschlussgrenzen oder Bauzeitplänen. Nicht bevorzugte Umspannwerke bieten weitere rund 36 GW.
Wie das in die Auktion eingeht. Nach den Auktionsregeln wird die Anschlussverfügbarkeit berücksichtigt, wenn Projekte nach Umspannwerk, Teilgebiet und Gebiet gereiht werden. Das Energieforschungsamt EPE hat Anmeldungen für 6.091 Projekte mit zusammen 296,8 GW erhalten. Nach technischer Prüfung und Anschlussgrenzen werden weniger zugelassen, doch Absae erwartet, dass der Pool weit über der zu kontrahierenden Menge bleibt. Damit werde der Preis zum wichtigsten Unterschied zwischen den Geboten.
Die Rolle im Netz. Laut Absae könnten Batterien an den bevorzugten Standorten netzbildend arbeiten und die Spannung stützen, was Anlagen wie Synchronkompensatoren teilweise ersetzen würde.

Was das bedeutet
Die meisten Batteriemärkte werden von Anschlusswarteschlangen gebremst; Brasiliens erste große Speicherauktion dürfte dagegen von der Nachfrage begrenzt werden. Bei fast 300 GW Anmeldungen für einen Bedarf im einstelligen Gigawattbereich entscheiden der Preis und der Standortbonus von 10 Prozent. Die Liste der Umspannwerke des ONS wird damit zu einem der folgenreichsten Dokumente des Verfahrens.