Grid Brief ENDE

US-Energieministerium leiht ExxonMobil und BP bis zu 4 Millionen Barrel aus der Reserve

Das US-Energieministerium (DOE) hat einen Notfalltausch von bis zu 4 Millionen Barrel Rohöl aus der Strategic Petroleum Reserve (SPR) genehmigt, um Lieferausfälle durch schweres Wetter am Golf abzufedern. Die Mitteilung erschien am 10. Oktober, als Hurrikan Isaias durch die Region zog, nachdem er Offshore-Förderung zum Stillstand gebracht hatte.

Wer das Öl bekommt. Genehmigt sind Tauschgeschäfte von je bis zu 2 Millionen Barrel für ExxonMobil und BP America. Bei ExxonMobil beschleunigt der Tausch die Lieferung von SPR-Rohöl, das dem Konzern bereits zugeschlagen war, statt neue Mengen freizugeben. Ziel ist laut Ministerium, Raffinerien am Laufen zu halten und Störungen der Kraftstoffversorgung zu begrenzen.

Tausch statt Verkauf. Bei einem SPR-Tausch verleiht der Staat Rohöl, statt es zu verkaufen. Die Unternehmen müssen das geliehene Öl 2027 zurückgeben, und zwar mit zusätzlichen Prämienbarrel; die Reserve hält am Ende also mehr Öl, als sie verliehen hat. Das DOE stellt das als Auffüllung der SPR ohne Mehrkosten für die Steuerzahler dar; Energieminister Chris Wright sagt, Exxon und BP würden mehr Barrel zurückgeben, als sie entnehmen. Wie groß die Prämie ist, nennt die Mitteilung nicht.

US-Energieministerium leiht ExxonMobil und BP bis zu 4 Millionen Barrel aus der Reserve
US-Energieministerium leiht ExxonMobil und BP bis zu 4 Millionen Barrel aus der Reserve — Grid Brief

Warum Raffinerien das jetzt brauchen. Legt ein Hurrikan Plattformen im Golf von Mexiko still, fehlt Küstenraffinerien kurzfristig ein Teil ihres üblichen Rohöls. Die SPR-Standorte liegen an der Golfküste und hängen am selben Netz aus Pipelines und Terminals; ein Tausch kann eine Lücke von Tagen oder Wochen schneller überbrücken als umgeleitete Importe. Vier Millionen Barrel sind gemessen an der Golfförderung eine bescheidene Menge – die US-Energiebehörde EIA schätzte die stillgelegte Förderung früher im Sturmverlauf auf rund 1,3 Millionen Barrel pro Tag –, was zu einer Überbrückung passt, nicht zu einem Markteingriff.

Was die Mitteilung offenlässt. Das DOE sagt nicht, wie viel der genehmigten Menge die Konzerne tatsächlich abrufen, über welchen Zeitraum und wie hoch der Bestand der SPR danach ist. Es kündigt an, weiter mit der Industrie an der Bewältigung der Hurrikan-Folgen zu arbeiten – Raum für weitere Tauschgeschäfte, falls Raffinerien länger knapp versorgt bleiben.

Quelle: US-Energieministerium, 10. Oktober 2026 — https://www.energy.gov/articles/energy-department-authorizes-strategic-petroleum-reserve-exchange-address-supply

Geschrieben von Victoria Shinder.