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Chiles Solaranlage Huatacondo zwei Monate nach Cyberangriff vom Netz

Seit dem 27. August hat eine 103-MW-Solaranlage im Norden Chiles keine einzige Megawattstunde ins Netz geliefert. Der nationale Elektrizitätskoordinator Chiles führt die Anlage Huatacondo in der Region Tarapacá und ihr Batteriesystem mit 98 MW/312 MWh in seinem Tagesbericht vom 27. Oktober weiterhin als zwangsweise getrennt mit 0 % Verfügbarkeit, berichtet pv magazine nach Auswertung dieser Berichte.

Der Eintrag geht auf den 27. August um 13:10 Uhr zurück, als die Leitstelle des Betreibers die Zwangstrennung von Anlage und Speicher beantragte und einen „Cyberangriff auf die Anlagen in Huatacondo“ angab. Ein Transformator im Umspannwerk Santa Rita wurde zur selben Zeit aus demselben Grund getrennt. Um 21:30 Uhr meldete eine andere Leitstelle, die Wärmekraftwerke Olivos und Espinos in der Region Coquimbo seien nach dem Verlust von Überwachung und Fernsteuerung nicht einsatzfähig. Ob die Vorfälle zusammenhängen, sagen die Berichte des Koordinators nicht.

Die 2019 eingeweihte Solaranlage gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern Sojitz, daneben Shikoku Electric Power und dem französischen Unternehmen Eiffage. Der Speicher befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls noch in der Inbetriebnahme und war es am 27. Oktober immer noch; sein Ausfall unterbricht also keinen kommerziellen Betrieb. Ein Termin für die Wiederaufnahme ist nicht genannt, Ursache und Ausmaß des Angriffs sind nicht bestätigt.

pv magazine hat nach eigenen Angaben 360 der 365 Tagesberichte des vergangenen Jahres geprüft und keine weiteren Vorfälle gefunden, die ausdrücklich Cyberangriffen zugeschrieben werden. Vor einem Jahr hatte der Leiter der Cybersicherheitseinheit des Koordinators gesagt, Chile habe keinen Angriff mit erheblichen Folgen für sein Stromsystem verzeichnet. Am Tag nach den Vorfällen im August startete Chiles Energiekommission eine Konsultation zu einem Entwurf für eine Cybersicherheitsnorm der Branche.

Chiles Solaranlage Huatacondo zwei Monate nach Cyberangriff vom Netz
Chiles Solaranlage Huatacondo zwei Monate nach Cyberangriff vom Netz — Grid Brief

Was das bedeutet

Zwei Monate Zwangsabschaltung sind lang für eine Anlage, deren Technik nicht physisch beschädigt wurde; das deutet darauf hin, dass das Problem beim Vertrauen in die Leittechnik liegt und nicht bei einer Reparatur. Solange Eigentümer oder Koordinator nicht erklären, was geschah, zeigt der Fall vor allem, wie wenig öffentliche Einzelheiten ein Störungsbericht im Netz enthält.