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Brasiliens Preise für Dach-PV steigen im ersten Halbjahr um 7 Prozent

Die durchschnittlichen Preise für Photovoltaikanlagen bis 300 kW sind in Brasilien zwischen Januar und Juni 2026 um 7 Prozent gestiegen. Das zeigt die Studie "Distributed Energy Solutions" des Beratungsunternehmens Greener, über die pv magazine am 26. September berichtete. Die Endpreise einschließlich Komponentenkit und Installation reichten von 2,02 Real je Watt für Anlagen mit 30 und 50 kW bis 3,62 Real je Watt für 2-kW-Anlagen; die kleinsten Anlagen lagen im Januar noch bei 3,44 Real je Watt.

Treiber war die Ausrüstung. Der durchschnittliche Kitpreis für eine 4-kW-Anlage stieg um 18,3 Prozent von 1,42 auf 1,68 Real je Watt, bei größeren Anlagen fiel der Anstieg geringer aus: 8,8 Prozent für 50-kW-Kits und 2,0 Prozent für 300 kW. Langfristig liegen die Preise noch weit unter dem Anfangsniveau des Marktes: Eine 4-kW-Hausanlage kostete im Januar 2017 7,74 Real je Watt, im Juni 2026 2,91.

Der Markt selbst hat sich abgekühlt. Neue Anschlüsse dezentraler Erzeugung gingen im ersten Halbjahr um 16 Prozent zurück, von 488.000 auf 411.000, und die Zahl neuer Verbrauchseinheiten mit Gutschriften sank um 43 Prozent. Wohnanlagen stellten 65 Prozent der zugebauten Leistung, gegenüber 39 Prozent im Jahr 2019. Unter den Installateuren nannten 80 Prozent Hausanlagen bis 12 kW ihre meistverkaufte Kategorie. Nur 33 Prozent der Verkäufe liefen über eine Finanzierung, acht Punkte weniger als 2025 und der niedrigste Wert in Greeners Zeitreihe.

Brasiliens Preise für Dach-PV steigen im ersten Halbjahr um 7 Prozent
Brasiliens Preise für Dach-PV steigen im ersten Halbjahr um 7 Prozent — Grid Brief

Was das bedeutet

Brasiliens dezentraler Solarmarkt ist zu einem Haushaltsmarkt geworden, und Haushalte sind die Käufer, die steigende Preise am stärksten spüren. Der Anstieg der Ausrüstungskosten traf gerade die kleinsten Anlagen, bei denen das Kit einen größeren Teil des Endpreises ausmacht, während die sinkende Nutzung von Finanzierungen bedeutet, dass mehr Käufer aus Ersparnissen zahlen - eine Kombination, die die Nachfrage preisempfindlicher macht.

Der Rückgang neuer Gutschriftempfänger, viel steiler als der bei den Anschlüssen, deutet auf weniger gemeinsame oder entfernte Gutschriftmodelle hin, bei denen eine Anlage mehreren Verbrauchseinheiten gutgeschrieben wird. Für Installateure heißt das: Preis- und Finanzierungsangebote zählen mehr denn je in einem Segment, das inzwischen zwei Drittel des Marktes ausmacht. Für Netzbetreiber bedeutet die Abkühlung, dass in diesem Jahr weniger Dachsolarleistung in die Verteilnetze kommt, als der bisherige Trend erwarten ließ.