Anza: US-Modulangebote vor dem Section-232-Zoll um über 40 Prozent höher
Importierte Solarmodule zur Lieferung nach dem 4. Dezember werden mehr als 40 Prozent teurer angeboten als vor der Section-232-Proklamation vom 7. August. Das berichtet Anza, eine Daten- und Analyseplattform für die Beschaffung von Solar- und Speichertechnik. Nach den Zahlen, die pv magazine am 26. September veröffentlichte, stieg der Medianpreis bei Anbietern, die ihre Preise angepasst haben, von 0,27 auf 0,38 US-Dollar je Watt. Wo Anza dasselbe Produkt zu denselben Vertragsbedingungen vergleichen kann, fällt der Anstieg kleiner aus: rund 15 Prozent.
Auslöser ist ein Zoll von 15 Prozent auf Importe von Polysilizium und daraus gefertigten Produkten - Ingots, Wafer, Zellen und Module -, den das Handelsministerium ab dem 4. Dezember durchsetzt. Vorausgegangen war eine Section-232-Untersuchung mit dem Ergebnis, die Polysiliziumimporte bedrohten die nationale Sicherheit. Laut Anza hatten am 9. September 55 Prozent der aktiven Anbieter auf der Plattform Preise inklusive Zoll, was 65 Prozent der gelisteten Module abdeckt. Entwicklern rät Anza, bereits in den USA lagernde Ware zu bevorzugen, zu prüfen, welche weiteren Lieferungen vor der Frist verzollt werden können, eine Mischung aus heimischer und importierter Ware zu erwägen und zu klären, wie Verträge das Risiko rückwirkender Zölle verteilen.

Was das bedeutet
Die beiden Zahlen erzählen Verschiedenes, und beide zählen. Ein Sprung des Medianangebots um 40 Prozent spiegelt, welche Anbieter bereits umgestellt haben und was sie anbieten - keinen direkten Vergleich. Die 15 Prozent bei identischen Produkten messen die Weitergabe des Zolls sauberer. Wer Projekte für 2027 kalkuliert, sollte bis zur Beruhigung des Marktes mit dem höheren Wert planen, denn die günstigere Ware vor der Frist ist begrenzt, und das Zeitfenster schließt sich nach Anzas Worten.
Die Frist erzeugt zudem ein bekanntes Muster: eine Importwelle im Oktober und November, Engpässe beim Zoll und Streit darüber, wer zahlt, wenn eine Lieferung den Stichtag um Tage verpasst. Am ehesten spart die Vertragsarbeit Geld - Klauseln zu Zolländerungen, die vor dieser Proklamation geschrieben wurden, regeln womöglich nicht klar, wer zahlt. Auf der Angebotsseite zählt der Branchenverband SEIA 75,3 GW Modulfertigung in den USA, genug für die aktuelle Nachfrage, aber weit weniger heimische Kapazität für Zellen, Wafer und Polysilizium. Da der Zoll Polysiliziumprodukte entlang der gesamten Kette erfasst, entgeht ihm ein im Inland montiertes Modul mit importierten Zellen möglicherweise nicht.