Wem gehört die Batterie? Exelon will Speicher in die Tarife, Gresham House sucht Käufer
Am 30. Oktober sagte Exelon Investoren, seine Versorger könnten 3 bis 7 Milliarden Dollar in 1,5 bis 3,5 GW regulierte Energiespeicher investieren, zusätzlich zu einem bereits beantragten 500-MW-Projekt in New Jersey. Wenige Tage später startete der Vorstand von Gresham House Energy Storage Fund, einem der größten Batterieeigentümer in Großbritannien, einen formellen Prozess zum Verkauf des gesamten Unternehmens, nachdem Aktionäre auf eine schnellere Wertsteigerung gedrängt hatten.
Beide Schritte beruhen auf unterschiedlichen Antworten auf dieselbe Frage. Exelons Finanzchef argumentierte, reguliertes Eigentum gebe Gewissheit, dass ein Projekt gebaut wird, und Kontrolle darüber, wann und wie es läuft, und Kunden profitierten über niedrigere Kapazitätspreise und weitergegebene Steuergutschriften. Das Argument fällt in PJM, wo laut Exelons Konzernchef neue Erzeugung nicht schnell genug kommt. Der Fonds von Gresham House steht für das Gegenmodell: Marktbatterien im Besitz börsennotierter Anleger, die Markterlöse und Marktrisiko tragen und von denen einige nun, so der Vorstand, lieber verkaufen als warten.
Keine der beiden Ankündigungen entscheidet die Frage. Exelons Plan braucht die Regulierer in New Jersey, Maryland und Delaware, die jedes Projekt in die Tarife aufnehmen müssen, und Wettbewerbsentwickler werden einwenden, reguliertes Eigentum verdränge sie. Der Prozess bei Gresham House muss nicht in einem Verkauf enden, und der Vorstand will den Wachstumsplan derweil weiterführen.

Was das bedeutet
Aufschlussreich ist der Vergleich dessen, was jedes Modell vom Kunden verlangt. Regulierter Speicher verlagert das Risiko einer schwachen Batterie auf die Stromkunden, im Tausch gegen die Garantie, dass sie gebaut wird; Marktspeicher belässt das Risiko bei Anlegern, die in Großbritannien gerade gezeigt haben, wie viel Geduld sie noch haben. Wo einem Netz Kapazität fehlt, werden Regulierer immer öfter zwischen beidem wählen müssen, und der Preis, den ein Käufer für die Flotte von Gresham House bietet, wird dann eine der wenigen harten Zahlen sein.