Grid Brief ENDE

Speicher verdienen an ungeliebten Stunden und warten vor vollen Netzen

Fünf Meldungen dieser Woche beschreiben zusammen gelesen denselben Markt von beiden Enden: Speicher werden wertvoll, und das Netz tut sich schwer, sie hereinzulassen.

Der Wert: Frankreich. Der Monitor eines Speicheranbieters zählt in Frankreich in diesem Jahr rund 800 Stunden mit negativen oder Nullpreisen und eine durchschnittliche tägliche Spotspanne von 214 €/MWh – billiger Solarstrom mittags, teure Abende, nachdem Atom- und Wasserkraft weniger lieferten. Eine dort genannte Batterie erzielte 135 % mehr Spot-Erlöse als vor einem Jahr. Source: https://www.pv-magazine.com/2026/10/02/france-hits-record-800-hours-of-negative-zero-electricity-prices

Die Regeln: Deutschland. Die MiSpeL-Festlegungen der Bundesnetzagentur erlauben Speichern, Netzstrom zu laden und zurückzuspeisen, ohne die Förderung für gespeicherten Erneuerbaren-Strom zu verlieren, und behandeln bidirektionale Ladepunkte wie Speicher. Damit werden Heim- und Gewerbespeicher von reinen Solargeräten zu Teilnehmern genau an diesen Preisschwankungen. Source: https://www.pv-magazine.com/2026/10/02/germany-approves-rules-for-storage-bidirectional-charging

Speicher verdienen an ungeliebten Stunden und warten vor vollen Netzen
Speicher verdienen an ungeliebten Stunden und warten vor vollen Netzen — Grid Brief

Das öffentliche Budget: Indien. Die dritte Phase des Green Energy Corridor stellt neben neuen Leitungen 500 Milliarden Rupien für 50 GWh Batterien bereit, nachdem die Abregelung von Solarstrom Tausende Gigawattstunden erreicht hatte. Source: https://www.energy-storage.news/india-approves-us19-3-billion-green-energy-corridor-phase-iii-with-50gwh-bess

Die Warteschlange: Japan und Dänemark. In Japan standen Ende 2025 rund 172 GW Netzbatterien in Anschlussprüfungen, bei 0,64 GW angeschlossen; der Regulierer verlangt nun binnen zwei Monaten den Nachweis der Flächenrechte. Dänemarks neues Prioritätsmodell setzt Speicher in die dritte von vier Stufen und erlaubt Netzbetreibern, sie bei knapper Kapazität abzulehnen. Source: https://www.pv-magazine.com/2026/10/02/japan-tightens-grid-access-as-battery-queue-reaches-172-gw Source: https://www.pv-magazine.com/2026/10/02/denmark-agrees-new-grid-connection-procedure

Was sie verbindet. Speicher verdienen ihr Geld damit, Energie aus Überschussstunden in knappe Stunden zu verschieben, und jeder dieser Märkte hat inzwischen beides. Der Engpass ist nicht mehr, ob Batterien sich rechnen, sondern ob und zu welchen Bedingungen sie angeschlossen werden. Deutschlands Regeln zeigen einen Weg, der gar keinen neuen Anschluss braucht: Batterien, die schon hinter bestehenden Zählern und Solarparks stehen, handeln zu lassen. Wo neue Anschlüsse nötig sind, entscheiden Regulierer jetzt, wer zuerst kommt – und Speicher stehen nicht immer vorn.

Geschrieben von Victoria Shinder.